Anna-Maria von Kentzinsky am 23.10.2015

Palmöl steht derzeit besonders im Rampenlicht der gesundheitsschädlichen Stoffe. Spätestens seit dem Boykottaufruf der französischen Umweltministerin Ségolène Royal gegen Nutella ist der Rohstoff in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit gerückt. Doch dass Palmöl nicht nur Umweltschädlich ist, sondern auch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellt, ist bislang kaum ein Thema öffentlichen Interesses gewesen. Bis jetzt.

Die Konzentration an gesättigten Fettsäuren in Palmöl stellen eine echte Bedrohung für die Gesundheit dar. Das ergaben die Recherchen der „Huffington Post“, die unter anderem Professor Michael Roden des Deutschen Diabeteszentrums über Palmöl und dessen Gesundheitsrisiken interviewt hat. Er erläutert: „Das Problem bei Palmöl ist der Gehalt an gesättigten Fettsäuren.“ In hoher Konzentration sind eine Verschlechterung der Blutfette und hohe LDL-Cholesterinwerte die Folge, die sogar Diabetes auslösen können. Doch damit nicht genug: Der Experte berichtet weiter, dass eine Schädigung von Gefäßwänden und oxidativer Stress „dazu führen [könnten], dass die Gefäßverkalkung begünstigt wird und die ist ein Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall bis hin zum Tod.“

Toronto, Canada - May 8, 2012: This is a studio shot of a variety of chocolate products made by various companies including Nestle, Hershey's, Mars Inc., Cadbury and Ferrero SpA isolated on a white background.

Auch Schokoriegel enthalten Palmöl

Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bringt auf den Punkt, warum Palmöl ein gesundheitliches Risiko darstellen kann: Es ist in etwa der Hälfte aller Fertig-Lebensmittel enthalten. Dazu gehört freilich nicht nur Nutella, sondern auch andere Brotaufstriche, Schokoriegel, Tiefkühlpizzen, Instantsuppen und sogar Babynahrung. Dabei ist es in den Nahrungsmitteln für die Kleinsten besonders gefährlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor allem vor industriell gefertigter Babymilch, denn wenn ein Säugling ausschließlich mit diesen Produkten versorgt wird, könnte er bedenkliche Mengen an Glycol aufnehmen – das als krebsauslösender Sustanz gilt. Daher vertritt das BfR die Ansicht, dass Hersteller „vorsorglich alle Anstrengungen unternehmen [sollten], um die Gehalte an Glycidol-Fettsäureestern in diesen Produkten so weit wie möglich zu reduzieren.“

Die Menge macht’s – auch bei Palmöl

Wer ab und an ein Nutellabrot zu sich nimmt und sonst auf Fertiggerichte verzichtet, wird sich um die gesundheitlichen Effekte von Palmöl nur wenig Gedanken machen müssen. Das bestätigt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gegenüber der „Huffington Post“. Ihren Empfehlungen zufolge sollte der Anteil der gesättigten Fettsäuren sieben bis zehn Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr nicht überschreiten. Die Verbraucherzentrale NRW fällt ein ganz ähnliches Urteil: Wenn Verbraucher viele mit Palmöl versetzte Produkte zu sich nehmen, könne das die Fettsäuremuster „in einen ungünstigen Bereich verschieben“, macht aber gleichzeitig klar: „Die Dosis macht das Gift.“ Das sieht auch der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft so, denn „ob letztlich ein ausgewogenes Verhältnis an gesättigten sowie einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren erreicht wird, ist abhängig von der Ernährung insgesamt […], nicht jedoch von einem einzelnen Produkt.“

Bei den Nachforschungen der Zeitung kamen einige interessante Fakten über Palmöl ans Licht, die jeden Verbraucher aufhorchen lassen sollten. In zu großen Mengen zu sich genommen, kann es auch die eigene Gesundheit bedrohen. Zum Glück muss Palmöl seit Dezember 2014 als Zusatzstoff klar gekennzeichnet sein, so hat der Verbraucher eine Chance, sich einen Überblick über die mit dem umstrittenen Stoff versetzen Produkte zu verschaffen – so kann mit seiner (Nicht-)Kaufentscheidung seine Gesundheit schützen und ein klares Zeichen setzen.

Bildquelle: iStock/robtek


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  • Anna-Maria von Kentzinsky am 23.10.2015 um 16:34 Uhr

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