Mehr als Curry

Indisch kochen: Ein Farbenspiel der Sinne

Wenn man einen Europäer fragt, was an der indischen Küche charaktreistisch ist, lautet die Antwort vermutlich: Viele Gewürze und scharfe Soßen. Dabei gibt es wesentlich mehr zu beachten, wenn man richtig indisch kochen möchte. Vom Himalaya-Gebirge bis in den tiefsten Süden von Indien gibt es viele verschiedene regionale Gerichte, die sich nicht nur wegen der geographischen Lage, sondern auch aufgrund der verschiedenen kulturellen Einflüsse unterscheiden.

Auch wenn indisch Kochen nicht auf das Einsetzen von vielen Gewürzen beschränkt werden kann, gibt es doch einige grundsätzliche Aspekte, die immerhin für fast ganz Indien gelten. So spielt Fleisch in der indischen Küche eine untergeordnete Rolle. Ganze 20 Prozent der Bevölkerung leben streng vegetarisch und nur gut 30 Prozent essen regelmäßig Fleisch. Als Grundnahrungsmittel gelten in der indischen Küche vor allem Reis, Weizen und Hülsenfrüchte, die oft von einem komplexen, aber subtilen Einsatz von Gewürzen begleitet werden, wie etwa Pfeffer, Kurkuma und Bockshornklee. Wenn Du indisch kochen möchtest, musst Du Dich keinesfalls auf die klassischen Gerichte wie Curry oder Tandoori-Hähnchen beschränken. Probiere doch einfach mal einige der regionalen Spezialitäten aus!

Indisch kochen - Ein Farbenspiel der Sinne

Indisch kochen ist eine kulinarische Reise für all Deine Sinne!

Das klassische Nordindien: Soßig und wenig scharf

Wenn Du Dich schon einmal beim indisch Kochen versucht hast, sollte Dir die Küche Nordindiens bereits bestens bekannt sein. Sie ist die regionale Küche, die im Westen am besten bekannt ist und auch Klassiker wie das Tanduri-Hähnchen hervorgebracht hat. Typisch ist hier der Einsatz von vielen Milchprodukten und der überdurchschnittliche Gebrauch von Fleisch wie Ziege und Lamm. Grundsätzlich gilt die Küche Nordindiens auch als weniger scharf und wesentlich soßiger als das Essen im Rest von Indien. Neben dem berühmten Tanduri-Hähnchen bringt der berühmte Tandur Ofen, in dem das Hähnchen zubereitet wird, auch leckere Brotsorten wie Naan und Chapati hervor. Vor allem das Chapati Fladenbrot gilt als eines der Hauptnahrungsmittel in Nordindien und Pakistan. Es besteht hauptsächlich aus Gerste, Hirse und Weizen. Wenn Du Chapati einmal zu Hause zubereiten möchtest, kannst Du hierfür am besten Weizenvollkornmehl verwenden, welches Du mit Wasser, Öl, Salz und indischem Butterschmalz, auch Ghee genannt, vermischst. Nachdem das Chapati einige Zeit geruht hat, muss es nur noch kurz in der Pfanne von beiden Seiten gebacken werden. Wenn Du ganz in der indischen Tradition bleiben möchtest, servierst Du Dein Chapati am besten auf einem Thali. Auf dieses Metalltablett wird das Fladenbrot einfach draufgelegt. Drumherum werden anschließend kleine Metallschüsseln, in denen Fleisch, Gemüse und andere Beilagen serviert werden, plaziert.

Das süße Ostindien: Hochburg für Desserts und Schlemmereien

Desserts, Süßigkeiten und köstliche Schlemmereien aller Art – wenn Du Dich beim indisch Kochen nicht nur auf die Hauptspeise beschränken möchtest, wirst Du um die köstliche Küche Ostindiens nicht herum kommen. Charakteristisch ist hier der hohe Einsatz von Nüssen in den süßen Köstlichkeiten. Weiterhin kennzeichnend ist der Gebrauch von Schwarz- und Kreuzkümmel sowie die Verwendung von viel Reis, Gemüse und, in Indien eher selten, Süßwasserfischen. Bei den Süßigkeiten gilt Sandesh als der absolute Klassiker: Die konfektähnliche Leckerei besteht hauptsächlich aus Zucker, Nüssen und Panir, einem indischen Frischkäse. Der Panir wird gekocht und anschließend werden die Nüsse mit dem Zucker und ein wenig Kardamom hinzugefügt. Die heiße Masse wird daraufhin in Förmchen gegossen und kalt gestellt. Ein absolutes Muss als Nachtisch, wenn du indisch kochst!

Das würzige Südindien: Scharf und fruchtig

Wer auch beim indisch Kochen nicht auf viel Obst und Gemüse verzichten möchte, der sollte sich an die Küche Südindiens halten. Hier überwiegt nicht nur die Verwendung von Gemüse und Früchten, auch Fisch und Meeresfrüchte sowie Kokosnüsse stehen hier ganz hoch im Kurs. Doch solltest Du Dich auch auf eine ordentliche Portion Schärfe einstellen, denn im Süden des Landes sind die würzigen Currygerichte beheimatet und auch andere Rezepte werden regelmäßig mit ordentlich Chili, Pfeffer, Knoblauch und Ingwer gewürzt. Eine schmackhafte Beilage aus dieser Region ist Sambar: Die leckere Soße auf Linsenbasis wird häufig zu Reis serviert und wird aus Straucherbsen, Tamarinde und verschiedenen Gewürzen wie frischen Curry- und Korianderblätter sowie Gemüsesorten wie Radieschen, Kürbissen, Tomaten und Kartoffeln hergestellt. Einfach alle Zutaten vermischen und kochen, und fertig ist die Spezialität.

Das vegetarische Westindien: Linsen und Erbsen in hehren Mengen

Obwohl Fleisch in ganz Indien nicht sonderlich hoch im Kurs steht, ist es Westindien, in dem die meisten Vegetarier leben. Wie im Süden wird auch hier viel auf Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse gesetzt. Außerdem wird hier ebenfalls relativ stark gewürzt. Wenn du indisch kochen möchtest wie in Westindien solltest Du es mal mit Dal probieren. Das köstliche Gericht, welches als Hauptspeise oder Beilage serviert werden kann, wird meist aus Linsen hergestellt. Wenn Du die Köstlichkeit zaubern möchtest, kannst Du hierfür jedoch auch Erbsen oder Bohnen verwenden. Charakteristisch in der Zubereitung ist die lange Kochzeit. Die Hülsenfrüchte müssen so lange erhitzt werden, bis sie zu einer Art Brei zerfallen. Dieser wird anschließend kräftig mit Kreuzkümmel, Knoblauch, Chili und Ingwer gewürzt.

Wenn Du indisch Kochen möchtest, stehen Dir weit mehr Möglichkeiten offen als nur Tanduri-Hähnchen und Curry. Chapati aus Nordindien, Dal aus dem Süden oder leckere Süßigkeiten aus dem Osten – schau doch einfach mal bei unseren Rezepten vorbei.

Bildquelle: Manu_Bahuguna|Thinkstock

Kommentare (2)

  • Kassandra67 am 04.08.2014 um 11:12 Uhr

    Ich liebe es! Indisch kochen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch noch unglaublich Vielfältig.

  • LeckerUndMehr1 am 10.06.2014 um 14:04 Uhr

    Indisch kochen ist sooo lecker! Ich mache das öfter mal mit meinen Freundinnen und muss wirklich sagen, es gibt kaum etwas Besseres, wenn man gerne scharf isst.