Auch für Kochanfänger ein Kinderspiel: Birnen einkochen. Schön verpackt auch ein tolles Mitbringsel!
Anna-Maria von Kentzinsky am 16.09.2015

Herbstzeit ist Birnenzeit: Wenn sich der Sommer langsam aber sicher verabschiedet und die Blätter an den Bäumen bunter werden ist sie da, die Birnen Saison. Im Garten biegen sich die Äste schon unter der Last der pausbäckigen Früchte, doch was tun mit dem ganzen Obst? Wenn man mit dem Essen nicht mehr hinterher kommt, gibt es nur eine Lösung: Birnen einkochen und so lange haltbar machen. Wir verraten Dir die besten Tipps und Tricks!

Sie sind süß, zart und saftig und eigenen sich für allerlei Süßkram, der die Herzen vieler Naschkatzen garantiert höher schlagen lässt. Die Rede ist natürlich von Birnen, die beispielsweise für Klassiker wie die Birne Helene bekannt sind, und sich darüber hinaus für Kuchen, Kompott und andere Süßspeisen eignen. Doch Birnen können nicht nur süß, sie lassen sich auch hervorragend in deftigen Gerichten verarbeiten, zum Beispiel als zarte, fruchtige Beilage zu Wild oder in Kombination mit Zwiebeln und Kartoffeln. Mit einer reichen Ernte können unterschiedlichste Gerichte zubereitet werden, ohne dass sich der Gaumen langweilt. Doch was, wenn mehr Obst vorrätig ist, als man essen kann, bevor es verdirbt? Dann sollte man die Birnen einkochen und ihnen ein langes Leben schenken. Das eingekochte Obst macht sich in Kuchen und Co. mindestens genauso gut wie frisches.

Auch für Kochanfänger ein Kinderspiel: Birnen einkochen. Schön verpackt auch ein tolles Mitbringsel!

Auch für Kochanfänger ein Kinderspiel: Birnen einkochen. Schön verpackt auch ein tolles Mitbringsel!

Kleines Kücheneinmaleins: Einkochen, Einmachen und Einlegen – alles dasselbe?

Auch wenn sie im Volksmund oft als Synonym füreinander verwendet werden, handelt es sich beim Einkochen, Einmachen und Einlegen um drei unterschiedliche Methoden, Lebensmittel haltbar zu machen. Am ähnlichsten sind sich das Einkochen und das Einmachen, beides geschieht unter Hitzeeinwirkung in luftdicht verschlossenen Gläsern. Allerdings werden beim Einkochen die Lebensmittel im verschlossenen Glas für längere Zeit in der Regel auf über 100 Grad erhitzt und somit sterilisiert. Dabei entsteht ein Vakuum und Keime sowie Bakterien werden zuverlässig abgetötet, der Inhalt ist also dauerhaft haltbar und kann mit Konserven verglichen werden. Eingekochte Birnen können also auch nach einem Jahr noch genossen werden. Die genaue Dauer und Temperatur beim Einkochen richtet sich dabei immer individuell nach dem Einkochgut. Wenn man Birnen einkochen möchte, sind das 30 Minuten bei 90 Grad Celsius. Beim Einmachen werden die Lebensmittel ebenfalls im verschlossenen Glas erhitzt, in der Regel jedoch nur wenige Minuten zwischen 80 und 100 Grad. Manchmal werden sie auch nur vorher gekocht, dann heiß ins Glas gegeben und verschlossen. Damit geht das Einmachen zwar deutlich schneller vonstatten als das Einkochen, allerdings ist der Glasinhalt auch nur maximal sechs Monate haltbar. Ganz anders funktioniert das Einlegen, hier sind zwar auch verschlossene Gläser im Spiel, doch da hört es mit den Gemeinsamkeiten auch schon wieder auf. Es sind keine hohen Temperaturen, die Keimen und Bakterien den Garaus machen und so für eine lange Haltbarkeit sorgen, sondern Flüssigkeiten, in denen sie nicht überleben können. Hierzu gehören beispielsweise Essig, Salzlaken oder Öl. Auch Sauerstoff kommt, richtig eingelegt, nicht an die Lebensmittel heran, so sind sie vor dem Verderben geschützt.

Vorbereitung zum Birnen einkochen

Damit sie möglichst lange haltbar sind und nicht schon zum ersten Schnee entsorgt werden müssen, werden die Birnen eingekocht und nicht eingemacht. Einkochen ist gerade dann ratsam, wenn Du große Mengen des Obstes hast und sicher bist, dass Du es nicht innerhalb der nächsten Wochen und Monate aufbrauchen wirst. Wenn Du Birnen einkochen möchtest, gibt es eigentlich nicht viel zu tun, denn diese Methode der Selbstversorgung ist denkbar einfach. Alles, was Du grundsätzlich benötigst, sind fest verschließbare Gläser und natürlich jede Menge Birnen.

Nur tadellose Birnen einkochen

Damit das Einkochen zum vollen Erfolg wird, ist die Wahl des richtigen Obstes besonders wichtig. Schließlich möchtest Du Deine eingekochten Birnen möglichst lang genießen können. Die Birnensorte ist für das Einkochen irrelevant, der Zustand der Früchte aber umso wichtiger. Die Spreu vom Weizen zu trennen, ist der erste und vielleicht wichtigste Schritt beim Einkochen von Birnen. Obst, das überreif ist und bereits dunkle Stellen aufweist, sollte die Aufnahme in den Club der eingekochten Birnen konsequent verweigert werden. Denn in diesem Fall sind bereits Zersetzungsprozesse im Gang, die sich möglichweise nur noch schwer stoppen lassen. Daher gilt: nur frische, knackige Birnen zum Einkochen verwenden.

Das richtige Glas zum Birneneinkochen

Zum Einkochen von Birnen (und eigentlich jedem anderen Inhalt auch) braucht es natürlich Gläser, die sich luftdicht verschließen lassen und die die hohen Temperaturen beim Einkochen gut ertragen können, ohne dabei zu platzen. An sich eignet sich hierfür jedes Glas mit Twist-Off-Deckel, also solche mit einem klassischen Schraubverschluss. Gerade Marmeladengläser sind praktisch, man muss sie nicht extra kaufen, sondern kann sie einfach selbst sammeln oder sich von Familie und Freunden geben lassen. Schließlich wurde ja auch Marmelade heiß abgefüllt, somit bestehen sie die Hitze auf jeden Fall. Gemacht, um Birnen einzukochen, sind Weckgläser. Sie wurden vor gut 100 Jahren extra für diesen Zweck (zugegeben, es ging damals nicht nur um Birnen) von Johann Weck erfunden. Deswegen wird der Begriff „Einwecken“ auch oft als Synonym für Einkochen benutzt. Weckgläser, das sind die Exemplare mit dem Glasdeckel, dem Gummiring und den Metallklammern. Sie bestehen aus dickem, recht bruchfestem Glas und sind sehr hitzebeständig. Der Gummiring sorgt für einen garantiert luftdichten Abschluss. Bevor es aber ans Birneneinkochen geht, sollten die Gläser – egal für welche man sich auch entscheidet – auf ihren tadellosen Zustand hin überprüft und anschließend sterilisiert werden. Ersteres liegt auf der Hand: Beschädigte Gläser, die etwa gesprungen sind, bei denen Glassplitter abgeplatzt sind oder deren Deckel nicht mehr richtig schließt, müssen aussortiert werden, denn sie können die Haltbarkeit der Birnen später nicht garantieren oder bergen sogar Verletzungsgefahr. Spröde Gummiringe sollten ebenfalls ausgetauscht werden. Der zweite Schritt ist das Sterilisieren, so wird sichergestellt, dass keine unerwünschten Verunreinigungen, Keime und Bakterien in den Gläsern vorhanden sind. Möglichkeit eins: Gläser, Deckel, Gummiringe und Metallklammern werden in einem Topf komplett von Wasser bedeckt, das zum Kochen gebracht wird. Die Gläser sollten dabei nicht aneinander stoßen und womöglich beschädigt werden. Danach hebt man sie mit einer Zange oder einer Schaumkelle heraus und lässt sie auf einem Tuch abkühlen. Alternativ können die Gläser aber auch einfach in den Ofen gestellt und dort bei 150 Grad für 10 Minuten sterilisiert werden.

Birnen einkochen leicht gemacht: Auf los geht’s los

Die Birnen sind da, die Gläser vorbereitet? Dann kann es ja losgehen. Die Birnen werden geschält, halbiert (besonders große Exemplare können auch geviertelt werden) und entkernt. Damit sie in der Zwischenzeit nicht braun werden, legt man sie in einen mit kaltem Wasser gefüllten Topf und gibt etwas Zitronensaft hinzu. Die Birnen werden nun in die bereitgestellten Gläser geschichtet. Jetzt müssen sie mit Flüssigkeit aufgefüllt werden, dazu rechnet man pro drei Gläser eingekochte Birnen ein Glas Wasser. Zusätzlich wird pro Liter Wasser 500 Gramm Zucker berechnet. Wasser und Zucker werden vermischt, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Gläser werden mit dem Zuckerwasser aufgegossen und verschlossen. Das eigentliche Einkochen geschieht nun in großen Töpfen (je nach Anzahl der Gläser) oder im Backofen.

Birnen einkochen in Topf und Ofen

Die Gläser werden mit Abstand zueinander in einen oder mehrere Töpfe gestellt, die mit Wasser gefüllt sind. Nach 30 Minuten im kochenden Wasser können die eingekochten Birnen vorsichtig herausgenommen werden, um dann langsam abzukühlen. Birnen im Ofen einzukochen ist fast noch einfacher, denn die Gläser klackern im kochenden Wasser nicht aneinander. Allerdings kann die trockene Hitze des Ofens die Gummiabdichtung der Weckgläser beschädigen. Für Twist-off-Gläser ist diese Methode jedoch ideal. Die Gläser werden in einen Bräter gestellt, der einige Zentimeter mit Wasser gefüllt ist und anschließend im Ofen platziert. Bei 150 Grad sind die Birnen ebenfalls in 30 Minuten eingekocht.

Aromatisch Birnen einkochen

Das Grundrezept zum Birnen einkochen kann natürlich beliebig verändert werden, denn Vanille, Zimt oder Nelken geben den Früchten herrliche Aromen mit auf den Weg ins Glas. Auch die Schale von (ungespritzten) Orangen und Zitronen, ein Schuss Cointreau oder Ahornsirup können die eingekochten Birnen zu einem echten Geschmackserlebnis werden lassen. Für die nötige Abwechslung wird einfach eine Stange Zimt oder Vanille, ein paar Nelken oder sonstige Zutaten vor dem Einkochen mit ins Glas gegeben.

Das war es auch schon, Birnen einkochen ist wirklich ein Kinderspiel und benötigt kaum Utensilien. Die Birnen werden nach dem Einkochen wunderbar zart und weich, wie gemacht für Kompott, Kuchen und Co.! Wer dann noch mit Gewürzen und anderen Zutaten spielt, um den eingekochten Birnen zusätzliche Aromen zu verleihen, wird nie wieder zu den Dosenbirnen aus dem Supermarkt greifen.

Bildquelle: iStock/manyakotic


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Was denkst du?

  • uttili am 02.10.2015 um 18:35 Uhr

    Es soll auch Einkochen ohne Hinzufügen von Saft geben, wie empfehlenswert ist das?

    Antworten
  • Anna-Maria von Kentzinsky am 16.09.2015 um 17:24 Uhr

    Birnen einkochen ist wirklich nicht schwer! Wer von Euch wird es bald ausprobieren?

    Antworten

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