Lecker Italien!

Lasagne ganz einfach selbst machen

Meike Leyerleam 04.11.2015 um 09:34 Uhr

Pizza, Pasta, Tiramisu – die Italiener wissen einfach, wie man das Leben in kulinarischer Hinsicht genießt. Zum Glück haben sie ihre besten Leckereien nicht für sich behalten, sondern mit anderen Feinschmeckern geteilt. Das Ergebnis: Köstlichkeiten aus dem Land des Dolce Vita sind auf der ganzen Welt bekannt und beliebt. So auch die Lasagne, die ein echter Dauerbrenner in italienischen Restaurants geworden ist. Mit diesen Tipps, Tricks und Rezepten kannst Du eine Lasagne aber nicht mehr nur beim Italiener um die Ecke genießen, sondern in der heimischen Küche selbst zaubern.

Bevor es ans Kochen geht, stiften wir erst einmal ein bisschen Verwirrung: Eigentlich bezeichnete der Begriff Lasagne, der aus dem Griechischen kommt, ein bestimmte Nudelform, nämlich sehr breite Bandnudeln. Diese werden meistens gekocht, anschließend in Butter geschwenkt und dann mit frisch geriebenem Parmesan vermengt. In der Küchensprache heißt dieses Gericht Lasagne alla bolognese – und hat mit der Sauce Bolognese erstmal rein gar nichts zu tun.

Lasagne auf einem Holzbrett

Eine hausgemachte Lasagne ist die Königin unter den Aufläufen

Doch was außerhalb Italiens und professioneller Küchen Lasagne genannt wird, ist eine Lasagne al forno, also ein überbackenes Gericht mit Lasagnenudeln. Profiköche bezeichnen es als Lasagne particciate oder Lasagne alla casalinga. Es besteht aus mehreren Schichten Nudelplatten, Ragú alla bolognese, Béchamelsoße und geriebenem Käse, zum Beispiel Parmesan. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Gericht aus Italien stammt, ist sehr hoch. Es hält sich jedoch auch die Legende, dass die Lasagne im England des 14. Jahrhunderts erfunden wurde, als am Hof von König Richard II. ein Gericht aus geschichteten und überbackenen Nudelplatten entstand. Es soll den Namen Loseyens – sprich: Lasan – getragen haben und damit die ursprüngliche Form der Lasagne al forno gewesen sein.

Lasagne von der Pike auf selbst machen

Ja, es gibt Lasagne als Fertiggericht in der Tiefkühlabteilung jedes Supermarktes. Ja, es wäre ein Leichtes, sie zu kaufen und zu Hause nur noch in den Ofen zu schieben. Aber nein, das ist einfach nicht das Gleiche! Denn wer einmal eine Lasagne von Grund auf selbst zubereitet hat, der wird nie wieder eine andere Lasagne auf dem Teller haben wollen. Nudelteig, Ragú alla bolognese, Béchamelsoße – jeden Bestandteil der Lasagne kann man zu Hause herstellen und damit eine echte, hausgemachte Köstlichkeit auf den Tisch bringen.

1. Der Nudelteig

Für perfekte Lasagneplatten braucht es nur wenige Zutaten:

200 Gramm Pastamehl, alternativ Weizenmehl Type 405
2 EL Wasser
2 Eier, Größe M
1 Prise Salz
nach Bedarf etwas Olivenöl

Alle Zutaten werden in eine Schüssel gegeben und dann mit den Händen zu einem glatten Teig geknetet – mindestens zehn Minuten lang. Am besten funktioniert das, wenn die Hände angefeuchtet sind, dann klebt der Teig nicht an ihnen. Ist aus den einzelnen Bestandteilen eine homogene Masse geworden, wird sie zu einer Kugel geformt, in Frischhaltefolie eingeschlagen und darf anschließend eine Stunde lang im Kühlschrank ruhen. Anschließend wird der Teig auf der bemehlten Arbeitsplatte dünn ausgerollt und in gleichmäßige Rechtecke geschnitten.

Diese werden dann in einem großen Topf mit reichlich Salzwasser gekocht, etwa fünf bis sechs Minuten lang. Dabei sollten sie immer in Bewegung gehalten werden, damit sie nicht aneinander kleben. Sobald sie al dente sind, müssen sie gut abtropfen, damit die Lasagne später nicht zu stark verwässert wird. Anschließend breitet man sie auf einem großen Holzbrett aus und deckt sie, bis sie weiterverarbeitet werden, mit einem Küchenhandtuch ab.

2. Ragú alla bolognese

Die Zeit, in der der Nudelteig ruht, kann man wunderbar nutzen, um das Ragú alla bolognese zuzubereiten. Es wird traditionell aus Rinderhackfleisch, Zwiebeln, Sellerie, Karotten, Pancetta (italienischer Bauchspeck), Rotwein, Brühe, Tomaten und Steinpilzen hergestellt. Die meisten Lasagne Rezepte verzichten heutzutage auf Pancetta und Steinpilze, natürlich ist es aber auch möglich, die Soße beliebig zu erweitern. Für das Basisrezept braucht man:

500 Gramm Rinderhackfleisch
150 Gramm Karotten
150 Gramm Sellerie
1 große Zwiebel
75 ml trockener Rotwein
350 gehackte Tomaten
Ggf. etwas Fleischbrühe
Salz, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt und weitere Gewürze nach Wahl

Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Etwas Öl in einer tiefen Pfanne oder einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel glasig andünsten. Karotten und Sellerie schälen, ebenfalls würfeln und zu den Zwiebeln geben. Das Hackfleisch dazugeben und so lange braten, bis es braun und krümelig geworden ist. Das Ganze mit Salz und Pfeffer würzen.

Das Fleisch dann mit dem Rotwein ablöschen und die Tomaten hinzugeben. Wenn die Soße nicht flüssig genug sein sollte, kann man sie mit Brühe aufgießen. Das Lorbeerblatt hinzugeben und die Soße bei geringer Hitze köcheln lassen, 20 Minuten dürfen es schon sein.

Das Ragú alla bolognese mit Gewürzen nach Wahl – zum Beispiel Basilikum und Oregano – abschmecken und eine Prise Zucker unterrühren, damit die Säure der Tomaten abgemildert wird. Zum Schluss noch das Lorbeerblatt entfernen.

Diese Soße lässt sich beliebig variieren, für eine vegetarische Lasagne lässt man beispielsweise das Fleisch weg und ergänzt dafür weitere Gemüsesorten oder setzt auf Sojaschnetzel.

3. Die Béchamelsoße

Die Béchamelsoße gibt der Lasagne ihre Cremigkeit. Dafür benötigt man:

500 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne
50 Gramm Mehl
50 Gramm Butter
100 Gramm Parmesan

Die Butter im einem kleinen Topf langsam zerlassen, dann das Mehl vorsichtig hineinsieben. Das Ganze dann mit Brühe ablöschen und gut verrühren, sodass sich keine Klümpchen bilden können. Die Béchamelsoße aufkochen und fünf Minuten simmern lassen. Den Topf vom Herd nehmen und anschließend die Sahne sowie den Käse einrühren. Die Soße zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Das Schichten

Als erstes kommt eine kleine Soßenkelle voll Béchamelsoße in eine Auflaufform, darüber bettet sich eine Schicht der hausgemachten Lasagneblätter. Wem das Herstellen des Teigs zu aufwändig ist, der nimmt einfach die Variante aus dem Supermarkt, die muss auch nicht vorgegart werden. Jetzt folgt das Ragú alla bolognese, dann beginnt der Kreislauf mit etwas Béchamelsoße und Lasagneblätter. So geht es immer weiter, bis die Auflaufform gefüllt und alle Zutaten aufgebraucht sind. Die letzte Schicht sollte aus Nudelblättern bestehen, die dann noch mit etwas Béchamel sowie Parmesan bedeckt werden. Anschließend darf die Lasagne in den Ofen, bei 180 Grad braucht sie etwa 35 bis 40 Minuten, bis sie fertig ist.

Lasagne: Leckere Variationen

Neben der Lasagne al forno gibt es viele weitere Kreationen mit den Nudelplatten. Die Vincigrassi, benannt nach einem österreichischen Feldherrn, ist ein von ihnen. Es handelt sich dabei um einen Auflauf aus Nudelplatten, Lammfleisch und Kalbshirn, mit einer Soße aus Rotwein und Tomaten, die mit Zimt abgeschmeckt wird, geschichtet mit Béchamelsoße und überbacken mit Parmesan. Der Clou dieses Gerichts liegt im Nudelteig, denn er wird mit Dessertwein verfeinert und sorgt damit für einen unvergleichlichen Geschmack. Darüber hinaus kennt die moderne Küche viele weitere Versionen und Abwandlungen der Lasagne al forno, die meisten davon haben aber keinen festen Namen. Vor allem vegetarische Versionen mit unterschiedlichen Gemüsesorten gibt es viele, denn auch wer sich fleischlos ernährt, möchte gerne mal eine leckere Lasagne genießen. Ob mit oder ohne Fleisch, klassisch oder neu interpretiert, hier sind die besten Rezepte für Lasagne:


Klassisch, ausgefallen, vegetarisch, mit Fleisch: Es gibt fast unendlich viele verschiedene Rezepte für den italienischen Klassiker. Und dank unserer Tipps kannst Du die Leckerei von der Pike auf selbst machen – wer will da noch das Fertiggericht aus dem Tiefkühlfach?

Bildquelle: iStock/timmary

Kommentare (2)

  • madamemim99 am 08.11.2015 um 14:29 Uhr

    fast genauso mache ich meine Bolognese Sauce auch, nur in größeren Mengen und Sellerie und Karotten reibe ich grob. Und je länger es köchelt umso leckerer wird es. Bei Bedarf giesse ich Rotwein oder Passata Tomaten auf.