Herbstgenuss

Endlich wieder Zwiebelkuchen!

Meike Leyerleam 23.09.2015 um 17:00 Uhr

Herbst und Zwiebelkuchen, die beiden gehören zusammen wie der Sommer und ein leckeres Eis. Denn kaum werden die Tage wieder kürzer und die Abende deutlich kühler, macht der Zwiebelkuchen sich bereit für seinen großen Auftritt. Und damit er eben jenen Auftritt auch auf Deinem Esstisch zelebriert, verraten wir Dir, wie Du den perfekten Zwiebelkuchen zaubern kannst.

Als allererstes stellt sich oft die Frage, warum der Zwiebelkuchen gerade im Spätsommer und Herbst so heiß begehrt ist. Da lohnt sich ein Blick auf die Hauptzutat der Leckerei: Auch wenn die Zwiebel heutzutage zu jeder Jahreszeit im Supermarkt zu kaufen ist (Gewächshäusern sei Dank!), liegt ihre Erntezeit eigentlich im späten Sommer und frühen Herbst. Ab Ende Juli können frühe Sorten, die ganz ohne Nachhilfe wachsen, geerntet werden, der Großteil der Zwiebeln folgt dann im August und September. Es liegt also sehr nahe, dass Zwiebelkuchen im Herbst Hochkonjunktur hat – es ist in Zeiten ständiger Verfügbarkeit nur nicht mehr ganz so schnell nachvollziehbar.

Leckerer Zwiebelkuchen

Zwiebelkuchen zaubert den Herbst auf Deinen Teller!

Neben der Erntezeit gibt es aber noch einen anderen Grund für den rasanten Anstieg der Zwiebelkuchenproduktion in deutschen Küchen, sobald der Kalender „Herbst“ anzeigt: Denn in diese Zeit fällt auch die Ernte und Verarbeitung des ersten Weines eines Jahrgangs, des sogenannten neuen Weins. Und dieser harmoniert wunderbar mit Zwiebelkuchen – beide zusammen ergeben einfach den perfekten Genuss bei fallenden Temperaturen. Besonders gerne wird Zwiebelkuchen zusammen mit Federweißer serviert, der auf vielen Weingütern der allererste Weißwein ist, der gekeltert und verkauft wird. Wegen der Verbindung mit dem Wein ist Zwiebelkuchen vor allen in Weinanbaugebieten eine Spezialität – egal, ob Pfalz, Mosel, Baden oder auch die Schweiz, überall hier kennt und liebt man den herzhaften Kuchen. Häufig wird er in Weinstuben und gut bürgerlichen Wirtshäusern serviert. Und dann sind da noch die Weinfeste, mit denen traditionell die Weinlese gefeiert wird – hier darf der Zwiebelkuchen natürlich auch nicht fehlen. Doch auch jenseits der großen Weinanbaugebiete hat der Zwiebelkuchen einen hohen Stellenwert. Beim alterwürdigen Weimaraner Zwiebelmarkt wird schon seit mehr als 360 Jahren der Herbst eingeläutet. Und wo die Zwiebel schon im Namen steckt, da darf der Zwiebelkuchen auch nicht fehlen. An vielen Ständen können die Besucher unterschiedliche Varianten der Leckerei kosten und damit genussvoll in die neue Jahreszeit starten.

Zwiebelkuchen ist nicht gleich Zwiebelkuchen

Wenn sich Feinschmecker über Zwiebelkuchen unterhalten, kann es sein, dass sie von zwei sehr unterschiedlichen Dingen reden, denn das eine, ultimative Rezept gibt es nicht. Vielmehr gibt es zwei verschiedene Varianten, den Unterschied macht dabei der Teig aus. Wer Zwiebelkuchen als einen klassischen Blechkuchen kennt, der weiß, dass diese Version auf einem luftigen, lockeren Hefeteig gebacken wird. Die Alternative ist ein Zwiebelkuchen aus Mürbeteig, der in aller Regel in einer Springform gebacken wird. Für welche Variante man sich entscheidet ist Geschmackssache. Wer gerne viel Teig und weniger Belag haben möchte, der ist mit dem Hefeteig gut beraten. Wer lieber mehr Zwiebeln und etwas weniger Teig mag, der sollte einen Zwiebelkuchen mit Mürbeteig backen. Beim Belag sind die Unterschiede dann schon nicht mehr ganz so gravierend. Hauptbestandteile sind, und das ist beim Namen der Leckerei wahrlich keine Überraschung, frische Zwiebeln. Diese werden geschält, klein geschnitten und in reichlich Butter oder im Fett, das durch Auslassen von Speck gewonnen wurde, gedünstet. Und wer sich schon immer gefragt hat, worin der Unterschied zwischen Zwiebel- und Flammkuchen liegt, der hat damit auch direkt die Antwort gefunden. Denn bei einem Flammkuchen, der zudem aus einem ganz anderen, nämlich deutlich dünneren und knusprigeren Teig besteht, werden die Zwiebeln roh auf eben jenem Teig verteilt und das Ganze dann im heißen Steinofen gebacken.

Der perfekte Belag für einen Zwiebelkuchen

Hefeteig oder Mürbeteig in Kombination mit fein geschnittenen, gedünsteten Zwiebeln ergibt natürlich noch keinen Zwiebelkuchen. Um die Zwiebeln perfekt in Szene zu setzen und den Kuchen zu einem geschmacklichen Highlight zu machen, braucht es – je nach Rezept – saure oder süße Sahne, Eier, nach Belieben geriebenen Käse und für Fleischfans etwas Speck. Wer einen vegetarischen Zwiebelkuchen zaubern möchte, lässt ihn einfach weg. In welchem Verhältnis die Zutaten miteinander vermengt werden müssen und wie sie abgeschmeckt werden, variiert von Rezept zu Rezept. Eines haben allerdings viele Kreationen gemeinsam: Neben den üblichen Gewürzen Salz und Pfeffer wird der Zwiebelkuchen häufig mit Kümmel verfeinert. Das sorgt nicht nur für eine besondere, würzige Note, sondern soll die Zwiebeln ganz nebenbei bekömmlicher machen.

Ein großes Stück Zwiebelkuchen, ein Glas Federweißer, nette Menschen und gemütliches Beisammensein, so klingt der Herbst doch besonders verlockend, oder? Wir haben leckere Zwiebelkuchen-Varianten von klassisch bis vegetarisch für Dich zusammengestellt. Damit wird der Herbst garantiert lecker!

Bildquelle: iStock/AlexPro2500

Kommentar (1)

  • Hast Du in diesem Jahr schon den ersten Zwiebelkuchen gebacken und genossen?