Tonkabohnen richtig verwenden
Nina Rölleram 25.10.2016

Bestimmt hast Du schon einmal irgendetwas von Tonkabohnen gehört. Ambitionierte Hobbyköche und die großen Meisterköche dieser Welt verwenden sie schon seit einigen Jahren mit Vorliebe zum Würzen ihrer Süßspeisen. Doch hast Du Dich schon einmal selbst an die schwarzen verschrumpelten Bohnen herangetraut? Viele scheuen den Gebrauch von Tonkabohnen, da es heißt, diese seien womöglich krebserregend. Wir sind dem nachgegangen und verraten Dir, wie gesundheitsschädlich Tonkabohnen wirklich sind. Außerdem erfährst Du auch, wie Du das einzigartige Aroma in Deine Speisen bekommst und wozu es am besten passt.

Tonkabohnen sind die Samen des, in Südamerika und Afrika heimischen, Tonkabaums. Als Talismane und Räucherwerk finden sie schon seit Jahrhunderten Verwendung. Heutzutage werden Tonkabohnen vorrangig für Herrendüfte verwendet, da ihnen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Die kleinen schwarzen Bohnen lassen sich aber auch zum Würzen von süßen und herzhaften Speisen verwenden. Aber wie bekommt man die harte Bohne nur in das gewünschte Gericht? Und wie viel davon kann man davon ohne Bedenken verzehren? Hier erfährst Du es!

Tonkabohnen verwenden

Tonkabohnen können wie Vanilleschoten in Desserts verwendet werden.

Ist der Verzehr von Tonkabohnen nicht gefährlich?

Tonkabohnen verwenden

Tonkabohnen verwendet man nur in kleinen Mengen.

Tonkabohnen werden in vielen Ländern noch nicht allzu lange zum Kochen verwendet. Der Grund dafür ist ihr hoher Cumarin-Gehalt. Cumarin führte in Tierversuchen bei hohen Konzentrationen zu Leberschäden und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. In Deutschland war der Gebrauch von Tonkabohnen in Lebensmitteln daher bis 1991 gänzlich verboten und in den USA sind sie das sogar noch immer! Spielt man bei der Verwendung von Tonkabohnen also mit seiner Gesundheit? Mitnichten meinen viele Experten, denn die Dosis mache das Gift. Tonkabohnen enthalten zwar durchaus Cumarin, allerdings sind sie derart ergiebig, das man nur geringe Mengen davon zu sich nimmt. Mit einer Tonkabohne kann man schätzungsweise 80 Portionen würzen und es bedarf einer absurden Menge von 30 ganzen Tonkabohnen, um für Menschen tödlich zu sein. In dieser Menge wären auch klassische Gewürze wie Muskat oder Zimt tödlich. Cumarin ist zwar auch in Lakritze, Zimt, Lavendel und in dem polnischem Büffelgras-Wodka Grasovka enthalten – der übrigens in den USA ebenfalls verboten ist – dennoch herrscht immer noch besonders große Vorsicht, wenn es um Tonkabohnen geht. Mittlerweile ist die Verwendung von Tonkabohnen in Lebensmitteln zwar erlaubt und man findet sie immer häufiger in den Gewürzregalen der Supermärkte, jedoch müssen die Verpackungen einen Warnhinweis tragen, der auf den Cumarin-Gehalt hinweist.

Wie verwendet man Tonkabohnen beim Kochen?

Tonkabohnen kochen

Für Tonkabohnen benutzt man am besten eine sehr feine Reibe.

Tonkabohnen werden in der Regel als ganze Bohnen verkauft. Auf diese Weise behalten sie ihr Aroma besonders lange. Da Du nur geringe Mengen benötigst, brauchst Du Dir nicht gleich einen ganzen Sack Tonkabohnen zu kaufen, was ohnehin ziemlich kostspielig wäre. Alleine mit einer einzigen Bohne wirst Du bereits viele Wochen oder gar Monate auskommen. Die Bohnen erhältst Du in praktischen kleinen Dosen bei Amazon*. In diesen solltest Du sie auch lagern, denn Tonkabohnen verströmen einen intensiven Duft. Ich war selbst ganz überrascht, als ich mir das erste Mal Tonkabohnen gekauft habe: Nach einem Umzug musste ich feststellen, dass die komplette Tasche, in der ich die Tonkabohnen in einer Plastikverpackung transportiert hatte, nun intensiv duftete. Am einfachsten kann man Speisen mit Tonkabohnen würzen, indem man geringe Menge mithilfe einer Muskatreibe oder einer sehr scharfen und feinen Universalreibe* raspelt. In Milchspeisen, die gekocht werden, kann man eine Bohne auch mitkochen, anschließend entfernen, trocknen und bis zu zehn Mal wiederverwenden.

Welche Speisen am besten zum Tonka-Aroma passen

Tonkabohnen richtig verwenden

Tonka macht sich besonders gut in Milchspeisen und Gebäck.

Das Aroma der Tonkabohnen ist schwer in Worte zu fassen. Die Beschreibungen reichen von Vanille- über Karamell- bis hin zu Sandelholznoten. Für mich hatten sie immer einen intensiven Waldmeistergeruch. Auf jeden Fall ist ihr Aroma äußerst Komplex und kommt besonders über die Duftkomponente zum Tragen. Wenn Du Tonkabohnen das erste Mal ausprobieren willst, empfiehlt sich ein schlichtes Dessert wie Milchreis, Pudding oder Eiscreme. Um das Tonka-Aroma genau zu schmecken, solltest Du hierbei einmal auf Vanille verzichten. Wenn Dir der Geschmack zusagt, kannst Du anfangen herumzuexperimentieren. Als Faustregel lässt sich sagen, dass Tonkabohnen eigentlich auch überall dort schmecken, wo man normalerweise Vanille verwenden würde: Pralinen, Schokolade, Konfitüren, Plätzchen, Kuchen, Macarons oder auch in Cocktails! Wie auch Vanille lassen sich Tonkabohnen aber auch für herzhafte Speisen verwenden. Würze doch einmal eine Sahnesoße für Pasta, eine Cremesuppe oder ein Fischgericht mit der edlen Bohne!

Wenn Du Lust bekommen hast, mit den aromatischen Tonkabohnen zu kochen und nach Rezepten suchst, haben wir die passenden für Dich parat. Versuche doch einmal die Vanilleschote in diesem klassischen Vanilleeisrezept mit etwas abgeriebener Tonkabohne zu ersetzen! Oder wie wäre es mit einem Frozen Yoghurt mit Tonka-Aroma?

Bildquelle: iStock/olgakr, iStock/olgakri, Stock/szechenyidove, iStock/Tuned_In, iStock/jstankiewiczwitek

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