Aromatisch

Zimt: Nicht nur ein Weihnachtsgewürz

Anna-Maria von Kentzinskyam 09.12.2015 um 14:16 Uhr

Wer Zimt hört, denkt an die kalte Jahreszeit, an glitzernde Tannenbäume, herrlich duftende Weihnachtsplätzchen und heißen Glühwein, der wieder Leben in die kältestarren Glieder bringt. Zimt gehört also mindestens genauso fest zur Weihnachtszeit wie der Schokonikolaus. Doch das Gewürz kann noch viel mehr: Es lohnt sich, auch außerhalb der Weihnachtssaison zu Zimt zu greifen – und das nicht nur bei Süßspeisen…

Zimt kennen wir entweder als goldbraunes Pulver oder als zusammengerollte Stange, die ein bisschen an einen Ast erinnert. Ursprünglich stammt Zimt aus Asien, vor allem aus Sri Lanka (ehem. Ceylon) und China. Dort wachsen Zimtbäume, die zu den Lorbeergewächsen zählen. Das, was wir als Zimt kennen, ist die unter der Baumrinde liegende Schicht, der Bast. Er wird entfernt und in der Sonne getrocknet, bis er nachdunkelt und sich von selbst zusammenrollt. Ceylon-Zimt aus Sri Lanka gilt als sehr hochwertig und hat einen warmen, leicht süßlichen Geschmack. Seine Stangen ähneln im Querschnitt stark einer Zigarre, mit vielen dünnen Lagen, die eng aneinander liegen.

Cinnamon sticks isolated on white wooden background

Zimt: Würzig, aromatisch und nicht nur was für die Adventszeit

Cassia-Zimt – der streng genommen gar kein Zimt, sondern ein eigenes Gewürz ist – wird neben China auch in Sumatra, Japan und in Vietnam angebaut. Seine Stangen erkennt man an den großen Hohlräumen und daran, dass sie aus nur einer Lage bestehen, wie man im obigen Bild gut erkennen kann. Da Hersteller von gemahlenem Zimt die Herkunft der Rohstoffe nicht angeben müssen, ist esnatürlich schwierig herauszufinden, von welcher Sorte das aromatische Pülverchen abstammt.

Tausendsassa Zimt: Kulinarische Vielfalt

Ein Gewürz, tausend Möglichkeiten. Während wir hierzulande Zimt fast ausschließlich als Weihnachtsgewürz für Lebkuchen, Spekulatius, Punsch und Co. kennen, kann es doch so viel mehr. Gerade in der Backwelt lässt er sich auch nach dem Fest für allerlei Kuchen verwenden – so zum Beispiel harmoniert Zimt hervorragend mit Nüssen und Gemüse, sodass Karotten-, Nuss- oder Zucchinikuchen ohne Zimt nur halb so gut schmecken. Doch auch in Kombination mit Schokolade kann das Pülverchen wahre Geschmacksexplosionen hervorrufen, denn Zimt unterstreicht die warmen, erdigen Noten von Brownies und Co. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn die Dosis muss stimmen: Zuviel des Guten sorgt dafür, dass die Ofenstücke Weihnachtsassoziationen wecken und das ist vielleicht nicht immer gewollt.

Heiße VERPOORTEN ORIGINAL Eierlikör Schokolade mit Koffeinkick

Rezept: Heiße Schokolade mit Zimt und Eierlikör

Dasselbe gilt für Getränke, die mit Zimt aufgepeppt werden. Vom Kaffee über die heiße Schokolade bis hin zu Punsch, Glühwein und Eierlikör – sie alle können mindestens eine kleine Prise von dem Gewürz gut vertragen. Im Falle von Punsch und Glühwein darf es erst gar nicht fehlen. Doch was ist eigentlich mit herzhaftem Essen? Hat Zimt in ihr keinen Platz? Natürlich hat er das. Gerade in der arabischen Welt darf Zimt auch mit in den Hauptgang, besonders die marokkanische Küche liebt die würzige Stange. So werden vor allem Rindfleischgerichte mit einer Prise Zimt gewürzt, die das Fleisch gekonnt unterstreichen und ihm – zumindest für den deutschen Gaumen – ein exotisches Aroma verleihen. Doch man muss nicht immer in die Ferne schweifen und kann auch einheimische Leckereien mit einer Prise Zimt zu neuem Schwung verhelfen. Gerade süßliche Komponenten harmonieren gut mit dem Gewürz, daher darf man bei gekochten Tomaten, Möhren, Süßkartoffeln, karamellisierten Zwiebeln oder getrockneten Früchten ohne Angst zu ein wenig Zimt greifen. Auch bei besonders aromatischem Fleisch, beispielsweise Lamm oder Wild, macht man in der Regel nichts falsch, wenn man etwas Zimt hinzufügt.

 

Zimt: Gesund oder nicht?

In Zimt stecken jede Menge Inhaltsstoffe, die dem Körper und der Gesundheit guttun. So kommt es, dass Zimt nicht nur als Gewürz geschätzt wird, sondern auch als bewährtes Naturheilmittel gilt. In ausreichender Menge eingenommen, senkt Zimt den Cholesterinspiegel und die Blutzuckerwerte. Zudem zeigten Studien aus den Jahren 2003 und 2007, dass Zimt den Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit nur langsam ansteigen lässt und er nicht unkontrolliert in die Höhe schießt. So kann sich der regelmäßige Konsum von etwa einem Gramm Zimt pro Tag auch positiv auf das Gewicht auswirken, denn Heißhungerattacken bleiben aus. Auch wenn man es kaum glauben mag: Zimt verfügt über antibakterielle Wirkungen, sodass er schon seit langer Zeit als Mittel gegen bakterielle Infekte, Verdauungsprobleme oder Pilzinfektionen eingesetzt wird. Die ätherischen Öle in Zimt heizen dem Stoffwechsel ein und sorgen dafür, dass das ständige Frösteln schnell ein Ende hat. Diese Öle können aber auch Wehen auslösen, daher sollte Zimt in der Schwangerschaft nur in Maßen genossen werden.

Doch nicht immer ist das goldfarbene Pulver ein Gewinn für die Gesundheit: In den vergangenen Jahren stand Zimt wegen hoher Schadstoffbelastung immer wieder in der Kritik. Konkret steht der in Zimt befindliche Aromastoff Cumarin im Verdacht, das Erbgut zu verändern und die Leber zu schädigen. Dieser Stoff steckt unter anderem auch in Arzneimitteln, Kosmetik und in anderen Lebensmitteln. Daher legte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2006 eine ungefährliche Höchstmenge von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht fest. Diese einzuhalten ist aber nicht immer ganz einfach, denn Zimt ist nicht gleich Zimt. So sind auf dem deutschen Markt zwei Sorten zu finden, die ganz unterschiedliche Mengen Cumarin enthalten. Weit verbreitet ist vor allem der Cassia-Zimt, da er recht günstig ist und daher in vielen Fertigprodukten steckt oder als gemahlener Zimt verkauft wird. Diese Sorte enthält mit zwei Gramm pro Kilogramm deutlich höhere Dosen Cumarin als Ceylon-Zimt, der gerade einmal auf 0,02 Gramm Cumarin kommt. Um die vom BfR empfohlene Höchstmenge nicht zu überschreiten, sollte eine 60 Kilogramm schwere Person nicht mehr als zwei Gramm Cassia-Zimt täglich zu sich nehmen.

In Maßen genossen ist Zimt nicht nur ein kulinarisches Erlebnis mit würzigen Aromen, sondern wirkt sich auch positiv auf den Körper und die Gesundheit aus. Ein guter Grund also, Zimt auch außerhalb der Weihnachtszeit in Kuchen, Kaffee und herzhaftem Essen zu verarbeiten.

Kommentar (1)

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