Um seinen Kindern ein normales Leben zu ermöglichen,will Uxbal vor seinem Tod ein Erbe erarbeiten.
„Biutiful“ ist ein Film der leisen Töne, ganz und gar auf das Wesentliche reduziert. Das Wesentliche, das ist eine Figur. Uxbal und sein Schlingern, sein Taumeln durch ein Leben, dessen Ende bereits vorgezeichnet ist – das war alles, was Regisseur Alejandro Iñárritu zeigen wollte. Er und die anderen, minutiös ausgearbeiteten Charaktere tragen allein die Handlung des Films: „Nachdem ich die Welt mit ,Babel‘ bereist hatte, fand ich, dass es genug war mit parallel verlaufenden Handlungssträngen, zersplitterten Strukturen und sich kreuzenden Erzählungen“, erklärt der Regisseur seinen Ansatz. „Am Ende von ,Babel‘ war ich so erschöpft, dass ich mir sicher war, mein nächster Film würde nur eine Figur haben, einen Blickwinkel, eine Stadt, einen geradlinigen Erzählstrang, in meiner Sprache gedreht.“
Wanderer zwischen den Welten: Javier Bardem spielt diezerrissene, heimatlose Figur Uxbal.
Neben Uxbal gibt es noch eine zweite „Hauptfigur“ in diesem Film: Barcelona, die Königin Europas, wird in „Biutiful“ von einer ganz anderen, neuen Seite gezeigt. Nicht das Postkarten-Barcelona ist Uxbals Welt, sondern eine Stadt, die eine dunkle, heruntergekommene und doch faszinierende Schönheit jenseits der touristischen Attraktionen preisgibt.
Javier Bardem (der nicht umsonst für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert war) spielt „seinen“ Uxbal so wahrhaftig, dass man den Schauspieler dahinter vergisst. Er ist es, der wesentlich zur besonderen Atmosphäre in „Biutiful“ beiträgt und dem Film sein Gesicht gibt. Sicher ist dies kein klassischer Popcorn-Film und vielleicht auch nur etwas für Filmfreunde, die die Geduld und Bereitschaft mitbringen, sich auf einen „stillen“ Film wie diesen einzulassen – doch das wird belohnt, versprochen.
4 von 5 Erdbeeren
Bildquelle: Prokino




















