Die Frau der Nobelpreisverleihung: Herta Müller

Nobelpreis

Die Frau der Nobelpreisverleihung: Herta Müller

am 11.12.2009 um 15:47 Uhr

Der Literaturnobelpreis geht an Herta Müller.

Herta Müller wurde mit dem Literaturnobel
-preis geehrt.

Am gestrigen Abend wurde eine Frau geehrt, deren Bescheidenheit und Zurückhaltung ihre literarische Leistung noch verdienter macht: Herta Müller. Sie ist die Frau des Tages. Am gestrigen Tag wurde ihr der Literaturnobelpreis verliehen. „Ich weiß es, aber ich glaube es noch immer nicht.“ erklärte die deutsche Schriftstellerin, nachdem ihre Ernennung bekannt gegeben wurde.

Herta Müller wurde 1953 in Rumänien geboren, wo sie der deutschen Minderheit der sogenannten Banater Schwaben angehörte. Ihre Mutter wurde deportiert und in ein sowjetisches Zwangslager gebracht, wo sie fünf Jahre festgehalten wurde. Ihr Vater, ein ehemaliger Soldat der Waffen-SS brachte die Familie als LKW-Fahrer durch. Herta Müller studierte nach dem Abitur Germanistik und arbeitete im Anschluss als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik, bis sie sich gegen das rumänische Regime auflehnte und entlassen wurde. Ihre Weigerung für die „Securitate“, den rumänischen Geheimdienst, zu arbeiten, hatte für die Schriftstellerin eine jahrelange Zwangsarbeitslosigkeit zur Folge. Sie hielt sich mit kurzzeitigen Tätigkeiten in Schulen und Kindergärten über Wasser sowie mit privatem Deutschunterricht, bis sie 1987 mit ihrem damaligen Ehemann Richard Wagner in die Bundesrepublik Deutschland auswanderte. Hier arbeitete die Schriftstellerin fortan als Dozentin. Noch in Rumänien schrieb sie ihren ersten Roman Niederungen, der nur in zensierter Fassung erschien. Ihr letzter Roman Atemschaukel wurde unter den Kritikern hoch gelobt. Er thematisiert Müllers traumatischen Erfahrungen als Deutsche Banat Schwäbin in Rumänien. Lang tabuisierte Themen wie die Deportation deutschstämmiger Rumänen Ende des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetunion werden von Herta Müller erstmals literarisch erfasst. Schon in früheren Texten setzt sich Müller mit ihren Erfahrungen mit Diktatur und dem Gefühl der Fremdheit auseinander. So wurde Herta Müller Anfang der neunziger Jahre zu einer der wichtigsten internationalen Literaten. Herta Müller habe die Fähigkeit durch Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit in der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zu zeichnen, so das Nobelpreiskomitee anlässlich der Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreisträger.

12.11.2009; 15:47 Uhr

Bildquelle:gettyimages


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