Interpol: Neuanfang, statt Bruch

am 24.11.2010 um 14:38 Uhr

Band Interpol

Interpol: Daniel Kessler, Paul Banks, Sam Fogarino (v.l.)

Interpol in NRW – das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Leider gastierten die New Yorker nicht in Köln, sondern in Dortmund in der Westfalenhalle 2 und auch dort setzte sich das Kölner Phänomen des „Ich mache nichts, außer mit dem Kopf nicken“ durch.

Interpol ist – ich gebe es gern zu – meine absolute Lieblingsband. Seitdem ihr erstes Album „Turn on the Bright Lights“ 2002 veröffentlicht wurde, bin ich begeistert von Paul Banks Stimme, Carlos D’s Bass, Daniel Kesslers Gitarrenspiel und Sam Fogarinos Drums. Oft mit Joy Division verglichen, haben Interpol meiner Meinung nach dem Post-Punk eine ganz eigene Note verpasst. Jetzt, acht Jahre später, haben sie ihr viertes Album „Interpol“ veröffentlicht. Ganz anders, aber doch grandios. Nicht so ein „Hit“-Album wie „Turn on the Bright Lights“ oder „Antics“, dafür aber tiefgründiger und experimenteller. Man muss es hören, um es zu mögen, denn der erste Eindruck täuscht.

Um ihr Album zu promoten, machen die Jungs (mittlerweile dann doch Männer) auch zwei Zwischenstopps in Deutschland. Nach dem ausverkauften Konzert im Berliner Tempodrom am 20. November, spielten sie zwei Tage später in der Dortmunder Westfalenhalle 2. Leider keine wirklich originelle Wahl des Ortes, denn die Westfalenhalle ist aufgrund der Schwimmbadfliesen an den Wänden nicht wirklich perfekt und schreckt bestimmt viele Fans der Band ab. Das könnte vielleicht auch der Grund gewesen sein, weshalb das Konzert nicht ausverkauft war und es tatsächlich noch Karten an der Abendkasse zu kaufen gab. Und das bei einer Band wie Interpol! Aber sei’s drum, das Konzert war grandios und an alle, die sich von der Westfalenhalle haben abschrecken lassen: Ihr habt tatsächlich was verpasst.

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