Neu im Kino

Das Leben ist nichts für Feiglinge

Wotan Wilke Möhring weckt nicht nur große Erwartungen als neuer Tatort-Komissar: Aktuell begeistert er auch in seinem neuen Film „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ im Kino. Die einfühlsame Geschichte zeigt, wie viel der Tod mit dem Leben zu tun hat.

Wotan Wilke Möhring im Kino

Nichts für Feiglinge

Plötzlich ist Markus Färber (Wotan Wilke Möhring) Witwer – und seine Tochter Kim (Helen Woigk) hat keine Mutter mehr. Das ist die Ausgangssituation von Wotan Wilke Möhrings neuem Film „Das Leben ist nichts für Feiglinge“: Nachdem seine Frau bei einem Unfall stirbt, steht Markus mit seiner 15jährigen Tochter fast alleine da: Nur seine Mutter Gerlinde (Christine Schorn) steht den beiden zur Seite. Als Gerlinde schwer an Krebs erkrankt, verschweigt sie das den beiden. So kommt schließlich die etwas verrückte Pflegerin Paula (Rosalie Thomass) in die Runde. Und als wäre nicht schon alles kompliziert genug, verliebt sich die punkige Kim auch noch in den rebellischen Schulabbrecher Alex (Frederick Lau) und haut mit ihm ab nach Dänemark. Kurzerhand macht sich Markus samt Paula und Gerlinde auf den Weg und fährt den beiden hinterher – um dort nicht nur Ausreißerin Kim, sondern vor allem auch sich selbst wieder zu finden.

„Das Leben ist nichts für Feiglinge“ – Eine lebensbejahende Tragikomödie

Wotan Wilke Möhring beweist in dem neuen Film von André Erkau einmal mehr seine Qualitäten als Charakterkopf: Eindrucksvoll zeigt er die Reise von Markus Färber, die nur zu einem Teil die Fahrt nach Dänemark, sondern vielmehr der lange Weg zu Tochter Kim, zu sich selbst und vor allem zurück ins Leben ist. So geht es in „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ nicht zuallererst um den Tod, sondern vor allem auch um das Leben, wie Wotan Wilke Möhring im Gespräch mit Erdbeerlounge deutlich sagt: „Ich habe selten einen lebensbejahenderen Film mit soviel warmherzigem Humor gemacht als diesen – auch wenn der Tod der Ausgangspunkt ist. Was man mitnehmen kann ist, dass der Tod eben auch unser Begleiter ist: Er ist nicht nur das Ende des Lebens, sondern er ist immer da. Vielleicht kann man dem Tod so begegnen oder auch mit Humor, irgendwie versuchen ihn zu integrieren, so schwer das auch ist.“

Wotan Wilke Möhring und Helen Woigk brillieren in „Das Leben ist nichts für Feiglinge“

Neben Wotan Wilke Möhring tritt in „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ Neuentdeckung Helen Woigk in Erscheinung – und überzeugt auf ganzer Linie. Ihre Darstellung der 15jährigen Kim, die inmitten von Pubertät und erster Liebe mit dem tragischen Verlust der Mutter umgehen muss, wird nie weinerlich, ihr Spiel trotz Gothic-Look und Teenie-Aggressionen nie banal. Das schwierige Verhältnis zu Vater Markus bringt sie genau so überzeugend auf den Punkt wie die kindliche Liebe zu Großmutter Gerlinde. Doch die Macher des Films haben beim gesamten Cast von „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ ein glückliches Händchen bewiesen: Der Film lebt vor allem von den authentischen Darstellern, denen es gelingt, die Geschichte angenehm undramatisch zu erzählen.

Der Tod hat viele Gesichter

Dass der Film sich dabei nicht wenig vorgenommen hat, wird auch im Interview mit Wotan Wilke Möhring deutlich: „Es geht auch darum, dass der Tod eben verschiedene Ausgangsformen hat: Da ist zum einen der plötzliche Unfalltod der Frau und Mutter, aber auch der vorbereitete Abgang der Großmutter, die sagt ‚Ich hab aufgeräumt, ich kann gehen’ und zeigt, dass der Tod eben unser ständiger Begleiter ist. Auch dass man spätestens im Verlust begreift, was die Lebenden um einen herum einem bedeuten, spielt eine Rolle.“
Zwar ist der Plot keineswegs gewöhnlich, doch der Film bleibt von Anfang bis Ende auf dem Boden, die Charaktere wirken immer echt und schaffen es so, etwas zu erzählen, was tatsächlich jeden betrifft und womit sich kaum jemand gern auseinandersetzt: Das Leben ist endlich – und definitiv nichts für Feiglinge!

„Das Leben ist nichts für Feiglinge“ beginnt und endet auf einem Friedhof und schafft es trotzdem, den Tod dabei ins Leben zu holen. Dabei wird der Film nie pathetisch oder kitschig. Prädikat absolut sehenswert!

Bildquelle: boxfish-films

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