„Ted 2“

Ted 2

Ted ist wieder da! Nachdem der saufende, kiffende und fluchende Teddybär 2012 seinen Einstand auf der großen Kinoleinwand geben durfte, schickt Regisseur und Ted-Darsteller Seth McFarlane seinen haarigen Helden in der überraschend mit „Ted 2“ betitelten Fortsetzung in den Kampf um seine Bären- bzw. Menschenrechte! Dabei stehen dem zum Leben erwachten Kuscheltier sein Kumpel auf Lebenszeit Mark Wahlberg, Amanda Seyfriedund Morgan Freeman zu Seite.

Wo die Liebe hinfällt: Kuscheltier Ted und seine Freundin Tami-Lynn heiraten. Prompt stellt sich aber der eheliche Stress ein. Um wieder Harmonie ins Haus zu bekommen, steht nun die nächste Stufe einer intakten und ausgefüllten Beziehung an: das Kinderkriegen. Doch da gibt es leider einen entscheidenden Haken…

Ted im Restaurant

Sam (Amanda Seyfried) und John (Mark Wahlberg) sind mit Ted unterwegs

Ted 2: Der Bär mit Handicap

Wie realitätsfern ein lebender Teddybär auch sein mag, so realitätsnah sind in „Ted 2“ die Betrachtungen seiner Alltagssorgen: Ted ist ein Plüschtier. Und wie jedes Spielzeug für das Kinderzimmer fehlen natürlich auch ihm die entsprechenden Organe zur Fortpflanzung.
Hier wird nicht, wie in den meisten anderen filmischen Fiktionen, über die Tatsache hinweggesehen, dass die betreffende Fantasiegestalt gar nicht mit dem Notwendigen ausgestattet ist, um Nachwuchs zu zeugen, nein, hier wird genau dieses Handicap des sprechenden Kuscheltiers zur Rahmenhandlung erhoben. Wenn das keine konsequente Ausarbeitung erzählerisch logischer Zusammenhänge ist, was dann? Denn wo nichts ist, da kann auch nichts werden! Was hat Ted also für eine Wahl? Nur eine natürlich: Wer würde als Retter in der Not besser in Frage kommen als sein alter Donnerbuddy John Bennett (Mark Wahlberg). So würde das geschilderte Problem zumindest „in der Familie“ bleiben. Als die Suche nach dem geeigneten Samenspender letztlich nicht das gewünschte Resultat liefert, sieht Ted nur noch die Adoption eines Kindes als Alternative. Das ist aber nicht so einfach, denn der Staat verweigert ihm das Recht, weil er vor dem Gesetz nicht als Mensch gilt. Kein Problem, dann zieht Ted eben vor Gericht…

Ted 2: Keine knuffige Familienkomödie

Wie schon beim ersten Teil kann die knuffige Fassade täuschen: „Ted 2“ ist auf keinen Fall eine niedliche Familienkomödie mit sprechenden Plüschtieren, sondern das genaue Gegenteil davon. Aber die ersten 30 Sekunden des Trailers sollten schon ausreichen, um einem das mit Nachdruck vor Augen zu führen. Pubertäre Gags und Albernheiten sind hier an der Tagesordnung. So ist „Ted 2“, wie schon sein Vorgänger eine gelungene Parodie auf saubere US-amerikanische Familienkomödien im Stil von Disney & Co., in der sich Mark Wahlberg und Seth McFarlane als Donnerbuddies von einer Unappetitlichkeit in die nächste manövrieren. Dabei sieht Ted aber immer noch verdammt zum Knuddeln aus.

Ted 2: Neue Frauen und alte Probleme

Der weibliche Gegenpart wird diesmal übernommen von Amanda Seyfried als Rechtsanwältin Sam L. Jackson (ja, auf diesen Witz wird im Film eingegangen), die dem Kiffen nicht abgeneigt ist und sogleich zum neuen Love-Interest von John wird. Mila Kunis ist demnach bei „Ted 2“ nicht mehr an der Seite von Mark Wahlberg zu sehen, denn obwohl deren Figuren Lori und John am Ende von „Ted“ den Bund der Ehe eingegangen waren, wandelt John mittlerweile schon wieder auf den Pfaden eines Singles. Warum Lori ihm weggerannt ist? Das war eigentlich nur eine Frage der Zeit und schon im ersten Teil Aufhänger für viele Probleme: Weil John für sein Alter noch immer nicht die nötige geistige Reife erreicht hat. So spielt die Frage des endgültigen Erwachsenwerdens im Plot von „Ted 2“ weiterhin eine zentrale Rolle, denn obwohl Mark Wahlbergs Figur körperlich natürlich schon längst ausgewachsen ist, ist er im Inneren noch der Teenager, der über infantile Witze lacht und wenig Verantwortung für sein Leben übernehmen will. Ein kleiner Teil des besagten Teenagers sollte aber in denen stecken, die sich „Ted 2“ zu Gemüte führen möchte. Berührungsängste mit Sperma oder Masturbationswitzen sollte man als Zuschauer zumindest nicht haben, denn einige Gags bewegen sich weit jenseits des guten Geschmacks. Genau diese Mixtur aus zuckersüßer Knuddelkomödie und bisweilen derber Comedy für junge Erwachsene machte schon „Ted“ so ungewöhnlich und hat auch in „Ted 2“ seinen Reiz nicht verloren. Wer würde schon von einem süßen Teddybären erwarten, dass er säuft und sexistische Witze macht?

Ted 2: Bärige Identitätssuche

Aber unter der klamaukigen Oberfläche schlummern auch philosophische Fragen, die – mit allerlei Unfug kaschiert – eher subtil gestellt werden (und selbstverständlich niemanden überfordern). Hier geht es um die Frage des Menschseins und der Vermenschlichung von Dingen, die auf ungleich dramatischere Weise bereits in Science-Fiction-Meilensteinen wie „Blade Runner“ oder „Robocop“ gestellt wurden. Kann ein Ding als Mensch angesehen werden, weil es menschliche Gefühle besitzt oder zumindest selbst daran glaubt, diese zu besitzen? Oder ist und bleibt es ein Objekt, das den Menschen nur imitiert, aber nie ganz Mensch sein kann?
Genau das ist Teds Problem, denn er fühlt und ist lebendig, aber seine Umwelt sieht ihn noch immer zum Teil als das, was er ist: ein Spielzeug. Deswegen steht er in rechtlichen Fragen vor einem Dilemma. Zum Glück nimmt sich Menschenrechtsanwalt Patrick Meighan (Morgan Freeman) seiner Sache an, um ihm am Ende vielleicht doch noch ein Happy End zu bescheren.

„Ted 2“ ist wie sein Vorgänger für die, denen Furz- und Sex-Witze nichts ausmachen, DIE unterhaltsame Sommerkomödie, die den Vorgänger gekonnt fortsetzt. Wie schon erwähnt, obwohl es den Anschein für Uneingeweihte haben mag, ist „Ted 2“ keine niedliche Familienkomödie, sondern derber Humor für Erwachsene. Trotzdem ist der Bärenfilm nicht nur eine dümmliche Klamotte mit einer Menge Kacka-Comedy, sondern mehr. Abseits der Witze und Gags stellt Seth McFarlane Fragen nach Existenz und Selbstbestimmung und den ewigen harten Kampf mit dem Erwachsenwerden. Mark Wahlberg ist wieder perfekt als gutmütiger, aber etwas einfältiger John und schafft es spielend, diese Einfachheit authentisch rüberbringen.
Ach ja, Ted spielt seine Rolle übrigens auch wieder gut. „Aber hey, Ted ist doch nur animiert und gar kein echter Schauspieler!“ werden jetzt einige sagen. Das stimmt nicht ganz, denn ob Ted nur ein Produkt Hollywoods oder ein echter Mensch und damit Schauspieler ist, wird sich erst am Ende von „Ted 2“ entscheiden!

Bildquelle: facebook.com/ted.film.DE

Topics:

Amanda Seyfried, Mark Wahlberg, Morgan Freeman

Kommentare


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