Taschentücher raus!

The Best of Me: Mein Weg zu dir

The Best of Me“, hierzulande als Roman unter dem Titel „Mein Weg zu Dir“ veröffentlicht, ist eine weitere Verfilmung des Erfolgsautors Nicholas Sparks, der mit seinen rührenden, dramatischen und schicksalhaften Liebesromanen Weltruhm erlangte. In der mittlerweile neunten Adaption seiner Bücher spielen James Marsden („X-Men“) und Michelle Monaghan („Source Code“, „Stichtag“) ein Liebespaar, das sich nach langer Zeit in seiner einstigen Heimatstadt wieder über den Weg läuft.

Dawson und Amanda in „The Best of Me“

Dawsons und Amandas Liebe wird nach über 20 Jahren neu entfacht…

Schon ein kurzer Blick auf das Kinoplakat von „The Best of Me“ genügt, um zu erkennen, dass hier die innige Liebe im Mittelpunkt steht: Amanda Collier und Dawson Cole waren zu ihren Highschoolzeiten mitten in den 80er Jahren füreinander bestimmt gewesen. Das junge Glück wurde jedoch von Dawsons herrschsüchtigem und unsympathischem Vater Tommy jäh zerstört und auseinandergetrieben. Heute, nach über 20 Jahren, treffen sich Amanda und Dawson in ihrer kleinen Heimatstadt auf dem Land wieder. Die Zusammenkunft geschieht jedoch nicht zufällig (so einfach gestrickt ist die Sache nun auch wieder nicht). Tuck Hostetler, ein gemeinsamer Bekannter aus Jugendtagen, der den beiden Liebenden als väterlicher Freund zur Seite stand, ist verstorben und hat Dawson und Amanda eine wichtige Nachricht hinterlassen. Und so schwelgen die beiden einst so unsterblich verliebten und gebeutelten Seelen gemeinsam in den Erinnerungen aus ihren Jugendtagen und, wie sollte es anders sein, kommen sich dabei natürlich wieder näher. Aber alle Geister der Vergangenheit konnten sie noch immer nicht abschütteln und nicht jedes Problem, was damals existiert hatte, löst sich einfach, indem man es 20 Jahre ignoriert. Die Nachricht von Tuck stellt die beiden zusätzlich vor Aufgaben, die es noch zu erledigen gilt.

„The Best of Me“ im Jahr 1984

…zu dem, was sie früher einmal war.

The Best of Me: Romantisches Drama oder schmalziger Kitsch?

Das eben vorgestellte Szenario von „The Best of Me“ klingt wie zuckersüßer und tränentreibender Kitsch der besonderen Art? Auch wenn das jetzt hart klingen sollte (und dabei nicht unbedingt negativ gemeint ist): Genau das ist es auch. „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ ist die neunte Romanverfilmung von Bestsellerautor Nicholas Sparks, der damit schon auf ein beachtlich gefülltes Repertoire zurückblicken kann. Als Experte für schnulzig-schöne und von Schicksalsschlägen gezeichnete Liebe belieferte er die Leserinnen (und vereinzelt vielleicht auch Leser) und Kinobesucher mit Kultromanzen wie „Message in a Bottle“ mit Kevin Costner und „Wie ein einziger Tag“. An die letztgenannte, traumhaft schöne Liebesmär mit Herzensbrecher Ryan Gosling und seinen treuen Hundeaugen kommt „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ aber nicht mehr heran. Es ist eben mittlerweile nichts Aufsehenerregendes mehr, womit Nicholas Sparks seine Fans wieder und wieder beliefert. Es ist zwar immer wieder gute Unterhaltung, aber am Ende eine mit gängigen Zutaten angereicherte Mixtur, die nur in Details nach etwas anderem als dem ewig Gleichen schmeckt. Papa steht dem jungen Glück im Weg und ist auch sonst von einem ganz anderen, hinterwäldlerischem Schlag als sein einfühlsamer Sohnemann. Sie ist in ihrer Ehe unglücklich, weswegen ihr das Treffen nach über 20 Jahren natürlich gerade recht kommt. Die x-te Variante der unerfüllten Liebe, die an unüberbrückbaren Hindernissen scheitert ist eben auch nur eine weitere, aktuelle Version von „Romeo und Julia“.
Aber genau genommen sind schmalzige Liebe, herbe Schicksalsschläge und kathartische Ereignisse genau das, was der geneigte Zuschauer von Sparks erwartet und auch vehement serviert bekommt. Und zwar in allen Kategorien, die die filmische Erzählkunst ausmachen. Hier werden in Bild und Musik große Gefühle und tragisches Melodram auf Nummer sicher inszeniert, schließlich will man die potentielle Zielgruppenzuschauergruppe nicht mit Experimenten vergraulen. Die ein oder andere kitschige Situation vom Reißbrett ist teilweise so triefend schmalzig inszeniert, dass ein gewisses Fremdschämen nicht ausbleibt. Aber andererseits ist es dann wieder so wunderbar schnulzig, dass es einfach nur schön ist und die Seele einbalsamiert. Das entpuppt sich zugegebenermaßen als Gratwanderung, die ein gewisses freiwilliges „Sich-Ergeben“ in solch dramatische Schmachterei voraussetzt, um zu gefallen.

The Best of Me: Vier Schauspieler für zwei Rollen

Die Figuren in „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ bekommen aufgrund der zwei Erzählebenen auch gleich jeweils zwei Darsteller spendiert. Amanda bekommt ihr heutiges Gesicht von Michelle Monaghan geliehen, während die jugendliche Variante Liana Liberato übernimmt. Auf der männlichen Seite erscheint James Marsden als Dawson, sein jüngeres 1980er-Pendant wird indes von Luke Bracey gespielt. Die jugendlichen Abziehbilder sehen zwar irgendwie ein wenig anders aus und irgendwie funktioniert so etwas eher bei Kindern, die später erwachsen sind und nicht bei Zwanzigjährigen, die später 45 Jahre auf dem Buckel haben, aber in schauspielerischen Belangen darf man den Mimen ansonsten absolut keine Vorwürfe machen, denn der Film selbst könnte über sie guten Gewissens sagen, sie seien „The Best of Me“.
Hierzu noch eine interessante Information am Rande: Bevor er Ende 2013 auf tragische Weise bei einem schweren Autounfall ums Leben kam, war ursprünglich Paul Walker für die Rolle des Dawson Cole vorgesehen gewesen.

Pessimisten, Schwarzmaler, Rationalisten und auch die meisten Männer werden wohl einen großen Bogen um „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ machen, außer, sie wollen mit der Liebsten einen romantisch schönen Herzschmerzabend verbringen. Denn genau dafür ist „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ gemacht und genau diesen Zweck erfüllt er, wie schon einige der Nicholas-Sparks-Schmonzetten zuvor, hervorragend. Lässt man sich erst einmal auf das Spiel der Herzen ganz und gar ein, dann sind Gänsehaut und eine volle Mülltüte verheulter Taschentücher vorprogrammiert. Schafft man den Absprung in diese Sphären nicht oder sträubt sich gar dagegen, so könnten es lange zwei Stunden werden. Der Zielgruppe indes wird „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ ein Fest der Gefühle bieten.

Bildquellen: facebook.com/BestOfMeMovie

Topics:

James Marsden, Michelle, Nicholas Sparks

Kommentar (1)

  • Sehr schöne Filmrezi! Trotz Schmalzalarm werde ich mir „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ auf jeden Fall angucken! Manchmal tut es einfach gut, sich den Frust von der Seele zu heulen ;)