Ohne Dich

Ohne Dich

Mit seinem Filmdebüt „Ohne Dich“ entschied sich Regisseur Alexandre Powelz für ein bewegendes Drama mit viel Tiefgang. In der Hauptrolle ist Katja Riemann als schwerkranke Hebamme Rosa zu sehen. Ihr Schicksal trifft auf das von zwei weiteren Frauen, die vor lebensverändernden Entscheidung stehen. Am Ende von „Ohne Dich“ steht schließlich die Erkenntnis: Das Leben muss weitergehen – egal wie.

Auch wenn sie uns schon mal nachdenklich stimmen oder uns sogar die Tränen in die Augen treiben, locken Dramen die Zuschauer immer wieder in die Kinosessel. „Ohne Dich“ gehört zu diesen Filmen. In verschiedenen Episoden vereint der Streifen die Lebensstränge verschiedener Menschen miteinander. Sie alle haben ihr Päckchen zu tragen und stehen vor großen persönlichen Problemen. Während das Leben seine unerwarteten Wege einschöägt, wehren sich die Protagonisten zunächst noch gegen die bevorstehenden Veränderungen mit aller Kraft. Doch noch mitten im Kampf müssen sie in „Ohne Dich“ erkennen, dass jede Rebellion aussichtslos ist. Neue Lebensabschnitte sind nicht immer leicht zu verkraften und wenn sogar das Ende des eigenen Lebens eingeläutet wird, laufen die Gefühle schon mal aus dem Ruder…

„Ohne Dich“ mit Katja Riemann

„Ohne Dich“ jetzt im Kino

In „Ohne Dich“ liegen Hoffnung und Verzweiflung nahe beieinander

Motte (Helen Woigk) ist ein junges Mädchen, das in „Ohne Dich“ in den Tag hineinlebt und sich bisher keine Sorgen um die Zukunft machte. Das ändert sich schlagartig, als sie nach einem Abenteuer mit ihrem besten Freund Neo (Arne Gottschling) plötzlich schwanger ist. Mit einem ungewollten Kind im Körper und enttäuscht vom Erzeuger, der sich über seine eigene sexuelle Orientierung nicht im Klaren ist, landet sie im Krankenhaus bei der Hebamme Rosa (Katja Riemann). Diese schält Motte aus ihrer viel zu engen Jeans, die sie trotz fortgeschrittener Schwangerschaft, ohne sie wahrhaben zu wollen, weiterhin getragen hat. Eigentlich wollte die noch Minderjährige das Kind nach der Geburt zur Adoption freigeben, doch Rosa verändert ihre Sicht auf die Welt. Dabei hat Rosa selbst Angst vor der Zukunft: Die Hebamme leidet nämlich an Krebs. Ihre Lage ist aussichtslos – an der Krankheit wird die hübsche Blondine auf jeden Fall sterben. Während ihr Mann Marcel (Charly Hübner) mit der Situation nur schwer umgehen kann, durchlebt Rosa selbst die verschiedensten Phasen, um das Unbegreifliche zu verarbeiten. Ihre Putzfrau Layla (Meral Perin) bekommt dagegen nur wenig von dem Auf und Ab in der Gefühlswelt ihrer Arbeitgeber mit. Sie ist voll und ganz von ihrer Ex-Affäre besessen und stalkt ihren Verflossenen sogar. Obwohl er sie sitzen ließ und schon eine Neue hat, schleicht sie sich in seine Wohnung, um diese von oben bis unten zu putzen. In einer ereignisvollen Nacht müssen sich schließlich alle drei Frauen in „Ohne Dich“ ihrem Schicksal stellen.

In „Ohne Dich“ treffen große Erwartungen auf ein emotionsgeschwängertes Drehbuch

Lebenskrisen und wie man mit ihnen umgeht ist das zentrale Thema in „Ohne Dich“. Die drei Hauptdarstellerinnen stehen jeweils am Ende eines bedeutenden Abschnitts ihres Lebens und müssen nun ihre Gefühle mit der jeweiligen Situation in Einklang bringen. Das ist gar nicht mal so leicht, wenn man als von Liebeskummer Besessene, ungewollt Schwangere und gar von einer unheilbaren Krankheit dem Tode Geweihte der Wahrheit ins Auge blicken muss. Regisseur Alexandre Powelz hat sich für sein Spielfilmregiedebüt thematisch harten Tobak gesucht, den er innerhalb von einer Stunde und 30 Minuten ansprechend präsentieren will. Das Vorhaben gelingt ihm auch: „Ohne Dich“ ist ein einfühlsamer Film, der die Tragik der verschiedenen Schicksale sogar mit einer Prise Humor versieht. Sowohl Erfolgsschauspielerin Katja Riemann als auch die Darstellerinnen Helen Woigk und Meral Perin überzeugen in ihren Rollen. Geschickt verbindet Powelz in „Ohne Dich“ die unterschiedlichen Handlungsstränge miteinander zu einem rührenden Drama. Die Gefühlswelt der Hauptdarsteller steht im Vordergrund und doch schafft Powelz das Zwischenspiel von hoffnungsvollem Schmunzler und zum Nachdenken anregenden Drama.

„Ohne Dich“ ist eine gelungene Abwechslung zu den die Kinoleinwand sprengenden Hollywood-Blockbustern. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann der Zuschauer die dramatische Geschichte der drei Hauptdarstellerinnen verfolgen und sich auf ein überraschendes Ende gefasst machen. Karten für diese Vorstellung zu kaufen, ist in jedem Fall eine gute Idee.

Bildquelle: Ohne Dich/Facebook

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