Schöne und das Biest
Nina Rölleram 09.03.2017

Nächste Woche kommt die Realverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ endlich auch in Deutschland in die Kinos. Wir konnten uns nicht nur den Film schon einmal vorab in der Originalfassung anschauen, sondern sogar ein Interview mit den Hauptdarstellern Emma Watson und Dan Stevens führen, in dem sie uns u. a. auch die versteckte Nachricht des Films verrieten. Bei der Filmvorführung musste ich feststellen, dass ich mit sehr viel Skepsis an die Neuverfilmung einer meiner Lieblings-Disneyfilme herangegangen bin. Ich war fest davon überzeugt, dass ich frotzelnd in meinem Kinosessel sitzen und anschließend hier eine vernichtende Kritik schreiben würde. Aber am Ende kam doch alles ganz anders! Warum mich die neue Version von „Die Schöne und das Biest“ so positiv überrascht hat und warum Du ihn Dir auch als Oldschool-Disney-Fan unbedingt anschauen solltest, erfährst Du hier.

Emma Watson und Dan Stevens im Interview

Ein Disney-Meisterwerk verfilmen: Kann das gut gehen?

Wenn es um Disney-Zeichentrickfilme geht, bin ich einfach konservativ: „König der Löwen 2“ oder Musical-Verwurstungen, alles Blasphemie! Nichts kommt doch so wirklich an die alten Originale ran, die man sich als Kind dutzende Male angeschaut hat und einen auch nach vielen Jahren noch verzaubern. Als ich dann mitbekam, dass „Die Schöne und das Biest“ verfilmt werden würde, wollte ich davon gar nichts wissen. Das kann doch schließlich nur in die Hose gehen! Emma Watson als eindeutig brünette Belle – was haben die sich dabei nur gedacht? Und niemals im Leben würde Tassilo, die kleine angeknackste Teetasse, so süß sein wie im Zeichentrickfilm! Doch dann habe ich mich eben doch eines Besseren belehren lassen …

War Emma Watson die richtige Wahl für Belle? Überraschenderweise ja!

War Emma Watson die richtige Wahl für Belle? Überraschenderweise ja!

Diese Aspekte haben mich überrascht

Vor der Premiere von „Die Schöne und das Biest“ hatte ich eine ganze Liste an Punkten im Kopf, von denen ich überzeugt war, dass sie mir unangenehm aufstoßen würden. Folgende Annahmen haben sich allerdings nicht bestätigt:

  • Emma Watson war die falsche Wahl für Belle: Ja, ich muss gestehen, ich bin einfach kein Harry-Potter-Fan und konnte den ganzen Hype um Emma Watson nie so ganz nachvollziehen. Auf mich wirkte sie einfach immer sehr unscheinbar und war so gar nicht die Person, die ich mir für die schöne Belle vorgestellt hatte. Doch trotz äußerer Differenzen zum Original, hat Emma dann schließlich doch in der Rolle der etwas verschrobenen und klugen Belle geglänzt.
Gaston sieht wesentlich besser aus als im Zeichentrick – auch nicht schlecht!

Gaston sieht wesentlich besser aus als im Zeichentrick – auch nicht schlecht!

  • Der Versuch, zeitgemäßen Humor unterzubringen, wird grandios scheitern: Oh, wie sehr ich es hasse, wenn aktuelle Kinderfilme gezwungenermaßen auf hippe Jugendsprache getrimmt werden und dabei einfach nur peinlich wirken. Besonders nervt mich das bei Neuverfilmungen von älteren Geschichten, denen man so zwanghaft einen modernen Touch verleihen will. Im neuen „Die Schöne und das Biest“ findet man an einigen Stellen Abweichungen vom Original und Witze, die eindeutig eine moderne Sprache sprechen. Doch überraschenderweise wurden diese so pointiert gesetzt, dass selbst ich darüber schmunzeln musste. Endlich mal ein neuer Kinderfilm, der bei dem Versuch, sich an die heutige Zeit anzupassen, nicht superpeinlich wirkt!
  • Tassilo, Lumière und Co. werden lieblos gestaltet sein: Wenn ich an „Die Schöne und das Biest“ denke, dann zu allererst an meine Lieblingsfigur, die kleine Tasse Tassilo. Chip, wie das animierte Tässchen in der englischen Fassung heißt, ist tatsächlich nicht so niedlich wie im Zeichentrick. Aber vielleicht ist das eben auch gar nicht möglich: Für mich sind die animierten Möbelstücke in dieser Version mehr in den Hintergrund gerückt. An der Realisierung konnte ich nichts aussetzen, denn hätte man sie greller und auffälliger gestaltet, hätten sie meines Erachtens nach das düster-romantische Gesamtbild gestört.
Auch Celine Dion konnte das Filmerlebnis nicht trüben.

Auch Celine Dion konnte das Filmerlebnis nicht trüben.

  • Die Liebesgeschichte zwischen Belle und dem Biest ist unzeitgemäß und sexistisch: Viele Disneyfilme vermitteln bekanntermaßen kein sonderlich zeitgemäßes Bild von Liebe und Beziehungen. Gerade bei „Die Schöne und das Biest“ hatte ich meine Vorbehalte, denn häufig wird genau diese alte Geschichte herangezogen, wenn es um folgendes Beziehungsklischee geht: Eine liebevolle und schöne Frau steckt all ihre Liebe in einen griesgrämigen Bad Boy und kann ihn schließlich durch ihr völlige Hingabe umerziehen. In der aktuellen Fassung von „Die Schöne und das Biest“ ist diese Rollenverteilung aber gar nicht so eindeutig: Belle wirkt nicht wie ein Mädchen, das unbedingt einen Typen an Land ziehen will, um zu heiraten. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, wird in diesem Film viel schöner deutlich, was die beiden miteinander verbindet und warum Belle hinter die einschüchternde Fassade blicken kann.
  • Neue Lieder werden so richtig nerven: Noch schlimmer, als die Dialoge in Filmen auf Jugendsprache zu trimmen, finde ich das Hinzufügen neuer Lieder, die nicht im Original vorkamen. Die alten Lieder waren wirklich alle wundervoll inszeniert und haben es sogar geschafft, mich zu Tränen zu rühren. An die neu hinzugefügten Lieder kann ich mich jetzt, ein paar Tage nach dem Film, schon gar nicht mehr so recht erinnern. Allerdings habe ich sie als weniger störend empfunden wie etwa die neuen Songs, die im König-der-Löwen-Musical auftauchen. Beim Abspann ertönte dann tatsächlich auch noch ein schwülstiger Song von Celine Dion. Allerdings war ich da schon so ergriffen von dieser großartig gemachten Disney-Neuverfilmung, dass ich mich auch nicht mehr über die Gute aufregen konnte.

Wirst Du Dir die Neuverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ auf jeden Fall im Kino ansehen oder bist Du nach wie vor skeptisch, ob Du als alter Disney-Fan nicht ständig die Nase rümpfen wirst? In diesem Fall kann ich Dich aber wirklich nur ermutigen: Dieser Film ist endlich auch mal wieder was für Disney-Traditionalisten! Warum er aber auch gleichzeitig modern ist und einen Meilenstein in der Geschichte von Disney bedeutet, erfährst Du hier.

Bildquelle: Getty Images/JOHANNES EISELE, Getty Images/Stuart C. Wilson, Getty Images/Frazer Harrison, Getty Images/VALERIE MACON, Getty Images/VALERIE MACON

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