Heftiger Rausch

Jenke von Wilmsdorff: Medienpolizei im Nacken

Diana Heuschkelam 06.09.2016 um 17:46 Uhr

Ob der Privatsender da wohl zu weit gegangen ist? Jenke von Wilmsdorff hat in „Das Jenke-Experiment“ die Wirkung von unterschiedlichen Drogen getestet, um den Verlauf zu dokumentieren und vor deren schlimmen Konsequenzen zu warnen. Doch offensichtlich sehen das nicht alle so.

Zwar gab es bisher keine offiziellen Beschwerden über die letzte Ausgabe der RTL-Sendung „Das Jenke-Experiment“ vom Montagabend, doch die deutsche Medienaufsicht will die Reportage auf eventuelle Jugendgefährdung prüfen lassen. Der Sender sieht in dem dokumentierten Drogen-Selbstversuch des 50-jährigen Reporters Jenke von Wilmsdorff allerdings keinen Grund zur Beunruhigung: „Wir dokumentieren das Thema, anstatt es zu tabuisieren“, sagte eine RTL-Sprecherin zu dem Vorfall. „Wir setzen uns mit dem Thema Drogensucht auseinander, weil es in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und damit höchst relevant ist“, führt der Sender weiter aus.

RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff

RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff probiert unter Aufsicht die Wirkung verschiedener Drogen aus

Der Reporter, der in seiner Vergangenheit schon viele Themen wie Leben mit Behinderung, Tod oder das Altern behandelte, scheint mit seinem Drogenexperiment, in dem er Substanzen wie Ecstasy, Ritalin, K.O.-Tropfen, LSD und Speed eingenommen hat, einen empfindlichen Nerv getroffen zu haben. RTL betont jedoch, dass es sich bei allen benutzten Drogen um sogenannte „Legal Highs“ gehandelt habe und zitiert den beratenden forensischen Toxikologen des Universitätsklinikums Freiburg, Volker Auwärter mit dem Satz: „Die Stoffe können in Deutschland legal gekauft werden, da sie nicht in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt sind.“

Das Netz diskutiert rege über „Das Jenke-Experiment“

Im Netz gehen die Meinungen zu der Folge jedenfalls ziemlich auseinander. Manche zeigten sich positiv beeindruckt über den mutigen Selbstversuch, andere kritisierten von Wilmsdorff für seinen Umgang mit den gefährlichen Drogen und empfanden das Experiment als respektlos gegenüber dem Leben.

Jenke von Wilmsdorff hat in jedem Fall eine ganze Menge Mut für sein Experiment bewiesen. Da das Thema Drogensucht die gesamte Gesellschaft betrifft, ist es sicher legitim, darüber zu berichten. Ob hier tatsächlich eine Gefährdung der Jugend bestanden hat, muss die Medienaufsicht jetzt klären.

Bildquelle: RTL / Jürgen Schulzki

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