Exklusivinterview

James Marsters: Buffy-Revival ist möglich!

Diana Heuschkelam 17.10.2016 um 18:24 Uhr

Von: Diana Heuschkel und Susanne Faller

„Übrigens, ihr dürft mich alles fragen, was ihr wollt. Ich bin da hart im Nehmen“, verkündete ein ziemlich gut gelaunter James Marsters während seines Panel-Interviews auf der Comic Con 2016 in Berlin. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen und uns den „Buffy“-Star geschnappt, um ihm in Sachen „Buffy“-Reunion auf den (Vampir-)Zahn zu fühlen. Denn auch 13 Jahre nach dem Ende der erfolgreichen Serie um die coole Vampirjägerin, ist deren Fan-Base kein bisschen geschrumpft. Was er uns auf diese Frage aller Fragen (und auf weitere zu seiner Rolle als Spike) verriet, liest Du hier!

Scharenweise versammelten sich die Fans am vergangenen Wochenende vor dem Comic-Con-Stand von James Marsters, um Autogramme zu ergattern und ein paar Sätze mit dem nahbaren 54-Jährigen zu wechseln. Auch im Exklusivinterview mit der Erdbeerlounge war der Schauspieler in bester Plauderlaune und verriet uns, was die schönsten und schwersten Momente seiner Zeit als Vampir Spike waren. Psst: Er machte uns auch Hoffnungen, dass das letzte Wörtchen in Sachen „Buffy“-Revival noch lange nicht gesprochen ist…

Erdbeerlounge: Mit den beiden Comics „Spike und Dru“ und „Spike: Into the Light“, die Du als Co-Autor mitgeschrieben hast, konntest Du Spikes Geschichte noch ausführlicher erzählen und selbst mitgestalten. Hattest Du auch schon während Deiner Zeit in der Serie Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung Deines Charakters gehabt? Haben die Autoren Dich mitreden lassen?

James Marsters: Nein, wir hatten gar keine Kontrolle über das, was für unsere Rolle geschrieben wurde. „Buffy“ war immer fest in der Hand der Autoren – und genau deswegen war es auch eine so gute Serie. Eine Serie, in der die Schauspieler die Kontrolle übernehmen, ist meist keine gute Sache. Wir sollen die Frisur tragen, die sie uns vorschreiben und auf unserer Markierung stehen. Wenn wir also nur ein einziges Wort oder auch nur ein Komma falsch gesprochen haben, mussten wir den Take nochmal von vorne machen. Aber ich wusste trotzdem immer, was in der nächsten Folge passieren würde. Kein anderer aus dem Cast war in der Lage vorherzusehen, wo Joss [Whedon, Regisseur der Serie, Anm. d. Red.] mit der Story hinwollte. Eines Tages kam er also auf mich zu und fragte mich: ‘James, wie machst Du das?’ Und ich sagte ihm: ‘Das ist ganz einfach. Ich überlege mir einfach, was ein guter Autor schreiben würde und kehre das ins Gegenteil um. Nur, dass Du es schaffst, dass es trotzdem funktioniert.“ Trotzdem habe ich Joss öfter meine Ideen für „Buffy“ erzählt und er sagte dann meistens: „Das ist eine gute Idee, James, aber ich kann das besser.“

James Marsters alias Spike an der Seite von Co-Star Sarah Michelle Geller alias Buffy

James Marsters, alias Spike, an der Seite von Co-Star Sarah Michelle Geller, alias Buffy

Jähes „Buffy“-Aus: Spike sollte sterben

EL: Also hattest Du gar keinen Einfluss auf Deinen Charakter?

JM: Oh, doch – einen sehr großen sogar! Ich durfte zwar nicht mitbestimmen, was Spike sagt und tut, aber ich konnte beeinflussen, wie das Publikum auf das was ich sage und mache reagiert. So hatte ich irgendwie doch meine eigene Stimme.

EL: Hast Du ein Beispiel dafür?

JM: Joss wollte am Anfang nicht, dass die Zuschauer Spike mögen. Sie sollten ihn hassen und fürchten, damit er mich schnellstmöglich den Serientod sterben lassen konnte. Ich dachte mir damals: Ich mache, was auch immer im Skript steht, aber ich lasse nicht zu, dass sie mich hassen!

EL: Du hattest also zumindest die Möglichkeit, Spike Deinen eigenen Touch zu geben. Aber wie ist es denn umgekehrt? Hat Spike Dich in all den Jahren, in denen Du ihn gespielt hast, eigentlich auch in irgendeiner Weise nachhaltig beeinflusst? Hat er Dich etwas gelehrt?

JM: Ich denke, er hat mich gelehrt, was es heißt, einsam zu sein. Spike ist eine einsame Figur. Und dadurch, dass ich diese Rolle so lange Zeit gespielt habe, wurde ich es irgendwann selbst. Das war natürlich nicht gerade schön. Ich habe mir einfach keine Mühe gegeben, nach Feierabend Kontakte zu knüpfen. Nachdem die Show endete, wurde mir bewusst, dass ich mich selbst in diese Falle hineinmanövriert hatte und dass ich aus diesem Kokon schlüpfen musste.

EL: Gab es auch mal einen Moment, in dem Du ein neues Skript erhalten hast und sofort wusstest, dass Du diese Szene auf keinen Fall spielen möchtest?

JM: Ja, bei der Badezimmer-Szene, in der Spike Buffy fast vergewaltigt. Da habe ich versucht, es nicht spielen zu müssen. Ich wollte das einfach nicht durchleben müssen. Während der Drehpausen lag ich zitternd auf dem Boden, weil es so schrecklich für mich war. Danach ging ich zur Therapie, um das Erlebte aufzuarbeiten.

Buffy-Revival? – „Das könnte passieren!“

EL: Natürlich möchten wir Dir noch die Frage nach der Möglichkeit eines Buffy-Revivals stellen. Seitdem es für totgeglaubte Serien wie die „Gilmore Girls“ oder „Veronica Mars“ jetzt doch weitergeht: Denkst Du, dass es für „Buffy“ ebenso eine Chance auf neue Folgen oder einen Film gibt?

JM: Wenn Joss Whedon dabei ist: JA! Und zwar sofort! Wenn nicht, wird niemand von uns das Revival auch nur mit den Fingerspitzen anfassen wollen. Aber wenn Joss es machen will, wären wir alle sofort dabei!

EL: Hat denn irgendeiner Deiner „Buffy“-Kollegen diese letzten Monate der Serien-Revivals jemals zum Anlass genommen, Dich darauf anzusprechen, ob das nicht auch ein guter Zeitpunkt wäre, die Gespräche um ein „Buffy“-Revival ins Rollen zu bringen?

JM: Nein, denn wir wussten alle, dass Joss gerade mit den „Avengers“ alle Hände voll zu tun hat. Jetzt, wo er damit fertig ist, könnte das aber passieren. Bisher hat er uns aber noch nicht darauf angesprochen. Aber das wäre schon eine schöne Sache…

Juhu! Genau das wollten wir hören! Wenn Spike-Darsteller James Marsters schon den Hauch einer Ahnung hat, dass es in der „Buffy“-Revival-Küche brodelt, dann kann man das wohl als ziemlich verlässliche Quelle betrachten. Jetzt muss eigentlich nur noch Serienmacher Joss Whedon Stellung beziehen. Wir drücken die Daumen!

Bildquelle: GettyImages/Michael Buckner

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